Gewinne trotz Euro-Krise
Überflieger Deutschland

Es ist fast unheimlich: Deutschland hat sich vom Rest Europas abgekoppelt wie lange nicht mehr. Südeuropa steckt in der Rezession, deutsche Unternehmen machen trotz der Krise gute Geschäfte. Wie lang kann das gut gehen?
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Düsseldorf/BerlinIm Kreise der Euro-Finanzminister dürfte Wolfgang Schäuble viele Neider haben. Nirgendwo sonst in der Euro-Zone sprudeln die Steuereinnahmen derzeit so kräftig wie in Deutschland. Wenn sich heute die Fachleute aus Bund, Ländern, Gemeinden und Wissenschaft treffen, um die Steuereinnahmen der öffentlichen Hand zu prognostizieren, haben sie gute Nachrichten im Gepäck. Wie aus der Vorlage für die Steuerschätzung hervorgeht, dürfen Bund, Länder und Gemeinden mit zusätzlichen Einnahmen von sechs bis sieben Milliarden Euro rechnen. Und nicht nur das: Bis zum Jahr 2017 könnten die Steuereinnahmen des Staates sogar um rund 100 Milliarden Euro steigen. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der Schätzvorlage des Bundes für die Beratungen der Steuerschätzer hervor, die am Montag in Frankfurt/Main begonnen haben.

Deutschland ist in Europa eine Oase. Denn für die meisten Staaten in Europa ist das Jahr 2012 ein Krisenjahr. Der Süden des Kontinents steckt tief in der Rezession, Massenarbeitslosigkeit breitet sich aus, die Banken hängen am Tropf der Europäischen Zentralbank, und die Unternehmen kommen nur noch schwer an Kredite.

In Deutschland dagegen blühen Branchen wie der Maschinen- und Anlagenbau. Die Beschäftigung hat in diesem Jahr ein Rekordniveau erreicht. Und die Ausfuhren sind auf Rekordkurs. Von Januar bis August lieferten hiesige Exporteure Waren für 734 Milliarden Euro ins Ausland - 5,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Deutsche Firmen trotzen dem Abschwung in Europa, weil sie bis tief in den Mittelstand hinein die Wachstumsmärkte in Asien, Afrika und Lateinamerika erobern.

Ist der dunkle Schatten der Euro-Krise erst wieder verflogen, trauen Ökonomen Deutschland sogar wieder Wachstumsraten von drei Prozent und mehr zu.

Aktuell könnten die Kontraste innerhalb der Euro-Zone nicht größer sein: Die Arbeitslosenquote in Griechenland und Spanien ist auf 19,7 beziehungsweise 24,4 Prozent gestiegen, in Deutschland auf 5,5 Prozent gesunken. Es herrscht Fachkräftemangel, jeder zwölfte Betrieb konnte zuletzt freie Stellen nicht besetzen. Die deutsche Wirtschaft ist nach Schätzung der Bundesregierung im dritten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen, während die spanische um 0,4 Prozent schrumpfte. Der Umsatz im deutschen Einzelhandel schrumpfte zuletzt um 0,8 Prozent, in Spanien aber um 7,4 und in Griechenland um 9,1 Prozent.

Zwar drückt die Krise im Süden auch auf die Stimmung der deutschen Unternehmen, wie mehrere vergangene Woche veröffentlichte Konjunkturindikatoren zeigen. So sank der Ifo-Index zum sechsten Mal in Folge - auf glatt 100 Punkte. Das klingt dramatisch, doch damit liegt er nur wenig unter dem langjährigen Durchschnittswert von 100,2. Auch der Einkaufsmanagerindex, der im September gestiegen war, fiel von 49,2 auf 48,1 Punkte geringfügig zurück. "Eintrübung ja, Einbruch nein" - auf diesen Nenner bringt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Lage.

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  • FEHLPROGRAMMIERUNG

    Wann begreift die Masse endlich, dass die Gleichung "Hohe Gewinne der Wirtschaft = hoher Lebensstandard der Bevölkerung" nicht per richtig ist. Mittlerweile ist das Gegenteil der Fall.

  • Was wir NICHT Allesden Hartz- Gesetzen und kaputt gemachten Gezwerkschaften zu verDANKEN haben !!! Danke SPD und Grüne !!! Nun haben das Produktivste , BILLIGSTE , Gebildetste Volk , das sich gegenseitig , in Konkurrenz , die Löhne kaputt macht und Erde ist MORALISCH EINE SCHEIBE , so Deutschland ALLE andren KAPUTT MACHT und so NUN ÜBERALL KAUFKRAFT VERNICHTET FÜR GELDSELBSTZWECKGELD !!! Nur wer NOCH FÜR REICHE PRODUZIERT , die mal was vom GELDSELBSTZWECKGELD NEHMEN , HAT MARKT .

  • @ Poldi 0824
    Danke für die Anregung. Das eine schließt das andere nicht aus. Ichergänze daher meinen ersten Satz:
    '... sondern die Schwäche der anderen Idustrienationen, die uns den Markt überlassen, ist der Grund für den augenblicklichen Vorteil.'

    Was haben denn die anderen EU-Länder und selbst die USA noch groß zu exportieren? Software und Waffen, ja vielleicht, aber Industrieprodukte?? Der Grund ist die jahrzehntelange Vernachlässigung des industriellen Sektors zugunsten des Dienstleistungssektors.

    Und dann: D ist wahrhaftig kein Billiglohnland, nur der Staat ist zu gefräßig und das drückt auf die Nettoeinkommen.

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