GfK-Index
Die Deutschen füchten schlechtere Finanzlage

Der Aufschwung hält die Deutschen weiter bei Kauflaune. Zumindest derzeit noch, wie die die Nürnberger GfK-Marktforscher in ihrer monatlichen Umfrage herausgefunden haben. Denn die Verbraucher schätzen ihre künftigen Finanzen etwas skeptischer ein als zuletzt.
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HB BERLIN. Während die Konsumenten immer optimistischer auf die Konjunktur blicken, lässt ihre Bereitschaft für große Einkäufe leicht nach. Unterm Strich verharrte das GfK-Konsumklima für November beim Oktoberwert von 4,9 Punkten, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Von Reuters befragte 30 Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf 5,1 Punkt erwartet.

Die GfK-Experten sprachen nur von einer kleinen Verschnaufpause: "In Verbindung mit einer deutlichen Entspannung auf dem Arbeitsmarkt wird die gute Stimmungslage der Verbraucher für eine weitere Stabilisierung der Binnennachfrage sorgen."

Zuletzt hatten die Forschungsinstitute und die Bundesregierung ihre Konjunktur-Prognosen drastisch erhöht. Für 2010 sagen sie der heimischen Wirtschaft ein Wachstum von rund 3,5 Prozent voraus. Die Unternehmen schätzen ihre Lage ebenfalls sehr gut ein, wie das Ifo-Geschäftsklima jüngst zeigte. Auch die Konsumenten gehen davon aus, dass sich die Erholung fortsetzt, wie aus der monatlichen GfK-Umfrage unter 2000 Verbrauchern hervorgeht. Der Teilindikator für die Konjunkturerwartung stieg zum fünften Mal in Folge und kletterte um 2,5 auf 56 Zähler.

Die Komponente für die Einkommenserwartung sank allerdings um 9,2 auf 36 Punkte und büßte damit das Plus aus dem Vormonat wieder ein. Der Rückgang stehe womöglich im Zusammenhang mit Meldungen, wonach der Strompreis künftig stark steigen könnte, erklärte die GfK. "Zudem haben die Kommunen aufgrund ihrer klammen Haushaltslage angekündigt, Gebühren und Abgaben zum Teil deutlich zu erhöhen." Insgesamt schauten die Verbraucher aber nach wie vor zuversichtlich auf ihre künftige Finanzlage: "Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht wieder mehr Spielraum für Tariferhöhungen." Zuletzt hatten sich Spitzenvertreter der Koalition für höhere Löhne ausgesprochen, was die Wirtschaft aber ablehnt.

Auch die von der GfK berechnete Anschaffungsneigung sackte im Oktober etwas ab: Sie fiel um gut acht auf 22,5 Punkte. Trotzdem stünden die Aussichten für eine "weiter ungetrübte Konsumlaune" gut. Die GfK-Experten erwarten, dass die Haushalte im laufenden Jahr bis zu 0,5 Prozent mehr für ihren Konsum ausgeben.

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