GfK-Index
Inflation drückt auf die Verbraucherlaune

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist weiter gesunken. Allerdings verlangsamte sich der Abwärtstrend des führenden deutschen Konsumklimaindex GfK, wie das gleichnamige Nürnberger Marktforschungsinstitut am Mittwoch mitteilte.

HB NÜRNBERG. Der starke Euro, die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die hohen Lebensmittel- und Energiepreise sorgten für eine gedämpfte Kauflaune und eine pessimistischere Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung, so die GfK. Der Indikator für das Konsumklima erreicht im Dezember nur noch einen Wert von 4,3 Punkten nach 4,8 Punkten im November. Zuletzt war der Index im März 2007 auf diesem niedrigen Niveau. Im Oktober waren es 6,7 Punkte gewesen.

Während die Verbraucher die Einkommensaussichten wohl vor allem aufgrund der für 2008 angekündigten Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung erstmals seit fünf Monaten wieder etwas besser einschätzten, mussten die Indikatoren der Konjunkturerwartung und der Anschaffungsneigung erneut deutliche Einbußen hinnehmen, schreibt GfK-Autor Dirk Mörsdorf. Die Verbraucher würden derzeit von einer „gefühlten Inflation“ beeinflusst. Daran könnten auch die nachhaltige Besserung auf dem Arbeitsmarkt und die nach wie vor guten Rahmenbedingungen der deutschen Wirtschaft nichts ändern.

Insgesamt liege das Konsumklima noch in einem positiven Bereich, fasst Mörsdorf zusammen. Der private Verbrauch könne somit in diesem Jahr noch einen wenn auch bescheidenen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten.

Nach Ansicht des Chefökonoms des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dierk Hirschel, werden die Lohnsteigerungen in der Tarifrunde 2007 durch die hohe Inflationsrate praktisch aufgezehrt. „Die durchschnittlichen Tariflohnsteigerungen liegen in diesem Jahr bei 2,4 Prozent. Das bedeutet, dass die Reallohnsteigerungen nur minimal ausfallen werden“. Von der Lohnseite könne es also keine Impulse für den privaten Konsum geben.

Der Volkswirt des Bundesverbandes deutscher Banken, Karl Knappe, äußerte sich differenzierter: „Die gestiegene Teuerung reduziert natürlich die reale Kaufkraft der Verbraucher“ Sie spürten vor allem den starken Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise. „Die gefühlte Inflation dürfte deshalb noch höher sein als die tatsächliche.“ Deshalb bestehe durchaus die Gefahr, dass die Verbraucher das, was sie zusätzlich für Energie und Lebensmittel ausgeben, an anderer Stelle einzusparen versuchen. „Wegen der steigenden Beschäftigung und der erwarteten höheren Lohnabschlüsse rechne ich im kommenden Jahr weiterhin mit einem Anstieg des privaten Konsums“, sagte Knappe.

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