GFK-Index

Schuldenkrise vermiest Deutschen Kauflaune

Hohe Energiepreise und die Schuldenkrise lassen auch die Bürger in Deutschland nicht kalt. Ihre Kauflaune erhielt den dritten Monat in Folge einen Dämpfer. Für die Rentner fällt die Bilanz noch unerfreulicher aus.
Update: 25.05.2011 - 09:56 Uhr 9 Kommentare
Kunden gehen durch das Einkaufszentrum "Regensburg Arcaden" in Regensburg (Oberpfalz). Quelle: dpa

Kunden gehen durch das Einkaufszentrum "Regensburg Arcaden" in Regensburg (Oberpfalz).

(Foto: dpa)

Das für Juni ermittelte GfK-Konsumklima fiel von 5,7 auf 5,5 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit rund einem halben Jahr, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch mit. Die 2000 befragten Verbraucher rechnen mit einer schwächeren Konjunktur und schlechteren Einkommensaussichten. Das Geld für größere Anschaffungen sitzt deshalb nicht mehr so locker wie bisher.

"Die Verschärfung der Schuldenkrise in Griechenland sowie die anhaltend hohen Energiepreise dämpfen den Optimismus, den die Konsumenten bislang an den Tag legten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Damit geraten die nach wie vor sehr guten Rahmenbedingungen in Deutschland, wie sinkende Arbeitslosigkeit und der kräftige Konjunkturaufschwung, im Augenblick etwas in den Hintergrund." Pessimistischer schätzten die Verbraucher die wirtschaftlichen Aussichten zuletzt im Juli 2010 ein.

Darunter litten auch die Einkommenserwartungen - zumal die Inflationsrate im April mit 2,4 Prozent den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht hatte. "Vor allem Produkte des täglichen Lebens wie Benzin und Lebensmittel sind in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden", sagte der Experte. "Beim Verbraucher entsteht sehr schnell der Eindruck, dass alles teurer wird, die eigene Kaufkraft sinkt und macht damit einen beträchtlichen Teil der Einkommenszuwächse der Arbeitnehmer in diesem Jahr zunichte."

Für die Rentner ist die Bilanz noch unerfreulicher, da ihre gesetzlichen Altersbezüge in diesem Jahr nur um etwa ein Prozent steigen. Ängste schüren auch die milliardenschweren Hilfsgelder für Griechenland, Irland und Portugal, für die Deutschland in großem Umfang bürgt. "Viele Verbraucher haben offenbar die Befürchtung, dass damit auch auf sie finanzielle Belastungen zukommen könnten", sagte Bürkl.

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9 Kommentare zu "GFK-Index: Schuldenkrise vermiest Deutschen Kauflaune"

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  • Stimmt! Besser ist es, die Medien berichten nur noch aus dem Königshaus von Dingsda und urplötzlich kostet das morgentliche Brötchen 1 000 Drachme.

  • Stimmt! Besser ist es, die Medien berichten nur noch aus dem Könishaus von Dingsda. Dann wacht man eines Tages auf und das Brötchen kostet 1000 Drachme:)

  • Ganz genau,
    die Wirklichkeit ist ja auch nicht wirklich,
    Wir haben alle Geld wie Heu.

  • was für eine "b.s." Überschrift!

    dem Verbraucher in Deutschland ist doch die Schuldenkrise in Timbuktu schnurz.

    Was zählt, ist:
    a) wie sicher (unbefristet) ist mein Job
    b) wie viel bleibt zum Ausgeben übrig
    c) was passiert, wenn ich den Job verliere, ich zum Zahnarzt muß, die Kinder studieren wollen ....


  • Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion. Ich kann mir vorstellen, Sie können nichts dafür. Sie geben nur das weiter, was Ihnen zugetragen wird. Aber ich bin verwirrt. Letzte Woche habe ich noch in einem Brennpunkt oder einem anderen Politmagazin gesehen, dass diverse Deutsche interviewt wurden und diese angaben, dass es Ihnen "noch" gut gehe. Am Rande dieser Interviews liefen diese Menschen mit vollen Einkaufstaschen durch die Straßen. Ich selber achte schon seit Monaten immer mehr darauf, was bei mir in die Tüte wandert. Ich verzichte auf vieles. Mein Auto bleibt stehen, weil ich nicht bereit bin, diese wuchernden Spritpreise zu bezahlen, an der sich dieser Pleitestaat auch noch fleißig bereichert.
    Sie schreiben von einer Inflationsrate bei 2,4%. Ich habe da mal einen Vorschlag. Nehmen Sie von einem Einkaufszettel jeweil vier Artikel, den Sie immer wieder erwerben. Beobachten Sie die Preise dieser Artikel ein halbes Jahr lang. Sie werden staunen.

  • Es ist ein Exportbedingter u. durch diverse staatliche Konjunkturprogramme künstlich erzeugter Boom, der am Verbraucher sowie damit einhergehend an der Binnenkonjunktur weitestgehend vorbei geht. Mit Billiglohnjobs als auch sonstigen unsinnigen Arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (1 Euro-Jobs, Bürgerarbeit etc.) kann man den Konsum in diesem Land ganz sicher nicht anheizen. Zudem steht der nächste Kapitalmarktcrash schon vor der Haustüre u. das wissen die Leute.

  • Angst vor der Schuldenkrise als Hemmnis für den Konsum? Da sind diesmal nicht "die Banken", sondern "die Medien" Schuld, die hier seit Monaten hemmungslos Panik schüren und die Situation dadurch massiv verschlimmern, aber sich natürlich keinster "Schuld" bewußt sind.

  • Es sind nicht nur die Ängste, die Abgabenlast wird immer größer. Die Kosten für Gesundheit explodieren, Lebensmittelpreise steigen da hilft auch die geschöhnte relativ niedrige Inflationsrate nicht weiter. Im Gegenzug fallen die Löhne bedingt durch Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse immer mehr.
    und ca.10Mio deutsche sind auf zahlungen vom Amt angewiesen.
    So langsam ist eben mit Fälschungen der Statisstik nichts mehr zu holen, die Folgen von Schwarz-geld für die Breite masse sind dramatisch! Nur die Reichen werden immer reicher...

  • Was denn nun liebes HB? Super-Aufschwung oder nicht?

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