GfK-Index sinkt
Konsumklima signalisiert wachsende Kluft

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben nach Ansicht der GfK die Stimmung der Verbraucher getrübt. Der Indikator für das Konsumklima sank deutlicher als erwartet. Auch Preissteigerungen werden von immer mehr Deutschen als Gefahr für die Kaufkraft betrachtet. Dabei zeigt sich eine wachsende Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten.

HB NÜRNBERG. Die Teilindikatoren für die Konjunkturerwartung, die Einkommensaussichten und die Anschaffungsneigung gingen im Vergleich zum Vormonat deutlich zurück, schrieb das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK in seiner jüngsten Konsumklimastudie. Nach revidiert 8,5 Punkten für August erwartet die GfK für September einen Rückgang des Konsumklimaindexes auf 7,6 Punkte und damit die erste Abnahme seit März dieses Jahres.

Als Hauptgründe für die wieder skeptischere Betrachtung der Verbraucher vermutet die GfK die unerwarteten Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten und den Anstieg der Preise für Milchprodukte und Brotwaren. Der starke Euro und steigende Zinsen dämpften die Euphorie ebenfalls, hieß es.

Der Indikator für die Konjunkturerwartungen sank um 20,4 auf 48,4 Zähler. Die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt hatte die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt und die Furcht vor einem Ende des globalen Aufschwungs aufkommen lassen. Das Ifo-Geschäftsklima der Unternehmen und die ZEW-Konjunkturerwartungen professioneller Anleger hatten deshalb ebenfalls nachgegeben.

Auch zu ihren eigenen finanziellen Aussichten äußerten sich die Befragten nicht mehr so positiv. „Die deutlichen Preissteigerungen bei Milch- und Brotprodukten betrachten immer mehr Verbraucher als Gefahr für ihre Kaufkraft“, begründete die GfK. Sie befürchten zudem, dass die Preiserhöhungen auf andere Bereiche übergreifen. Die steigende Beschäftigung und spürbare Lohnerhöhungen verhinderten einen noch stärkeren Rückgang der Einkommenserwartungen, dessen Indikator um 18,7 auf 9,2 Punkte sank.

Bei der Anschaffungsneigung mache sich überdies eine deutliche Polarisierung in finanziell besser und schlechter gestellte Bevölkerungsschichten bemerkbar. Während die gehobenen sozialen Schichten eine deutlich bessere Kauflaune verspürten, habe die Konsumneigung der Rentner überdurchschnittlich starke Verluste erlitten. Auch bei den Arbeitslosen ging die Lust zu größeren Einkäufen sehr stark zurück. Der entsprechende Teilindikator gab um 2,6 auf 6,4 Punkte nach.

Die GfK geht allerdings davon aus, dass sich das Konsumklima angesichts der „überaus positiven Beschäftigungsentwicklung“ wieder erholen dürfte. Voraussetzung hierfür sei allerdings ein Ende der Diskussionen um weitere Preiserhöhungen und die Beilegung der Turbulenzen auf den Finanzmärkten.

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