GfK-Index stabil
Konsumenten bleiben trotz Krise in Kauflaune

Die Verbraucher lassen sich von der tiefsten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik die Kauflaune nicht verderben. Für Juni sagten die Marktforscher der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag ein stabiles Konsumklima voraus.

HB BERLIN. Das entsprechende Barometer bleibe damit bereits den vierten Monat in Folge bei 2,5 Punkten, teilte die GfK mit. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten im Schnitt mit diesem Wert gerechnet. „Allerdings steht angesichts befürchteter zunehmender Arbeitslosigkeit die echte Belastungsprobe für die Verbraucherstimmung noch aus“, warnte GfK-Forscher Rolf Bürkl.

Die Verbraucher schätzten im Mai die Aussichten für die Konjunktur erneut etwas besser ein als im Vormonat, wenn auch auf einem niedrigen Niveau. Das Barometer stieg hier um knapp drei auf minus 28,3 Zähler. Die etwa 2000 Umfrageteilnehmer gingen davon aus, dass gesamtwirtschaftlich das Schlimmste überstanden sei, erklärten die Forscher. „Damit sind die Chancen gestiegen, dass bis zum Jahresende 2009 zumindest eine konjunkturelle Stabilisierung gelingen kann.“ Der Konsum dürfte dabei den starken Einbruch bei Exporten und Investitionen etwas abmildern, sagten die Forscher voraus. „Wir denken, dass der Konsum zum Jahresende bis zu 0,5 Prozent wachsen wird“, sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst zu Reuters-TV.

Die niedrige Inflation und die Abwrackprämie stützten die Anschaffungsneigung der Verbraucher, teilten die Forscher mit. Von Januar bis März kletterte der Privatkonsum um 0,5 Prozent zum Vorquartal. Dazu komme, dass die Abwrackprämie inzwischen auch von einer Reihe anderer Branche kopiert werde. „Das bedeutet, dass sich die Konsumenten weiter über sinkende Preise freuen dürfen.“ Mit 12,5 Punkten lag das Barometer für die Anschaffungsneigung um 0,1 Zähler über dem Vormonatswert. Verglichen mit dem Vorjahr wollen sogar deutlich mehr Verbraucher Einkaufen gehen: Hier legte das Barometer um 33 Zähler zu.

Die zunehmende Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes drückt dagegen auf die Einkommensaussichten, dieser Teilindikator gab 1,3 Punkte auf minus 9,3 Zähler nach. Die anstehenden Rentenerhöhungen und die niedrige Inflation stützten die Einkommensaussichten. Entscheidend sei, ob sich der Arbeitsmarkt im Jahresverlauf wie von vielen Experten befürchtet noch spürbar eintrüben werde, sagte Bürkl. In diesem Fall werde das Konsumklima schwer belastet.

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