GfK-Index
Steigende Preise und Finanzkrise dämpfen Kauflust

Steigende Lebensmittelpreise und die Finanzmarktkrise sorgen für zunehmende Ernüchterung bei den deutschen Konsumenten: Der GfK-Konsumklimaindex ist das zweite Mal in Folge gesunken; das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK hat deswegen seine Prognose für das Wachstum des privaten Verbrauchs nach unten korrigiert.

HB NÜRNBERG. Die Verbraucher blickten deutlich skeptischer auf die Konjunktur und ihr eigenes Einkommen und wollten sich auch bei größeren Anschaffungen stärker zurückhalten, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch mit. Der Index für das Konsumklima, den die GfK aus einer monatlichen Umfrage unter 2000 Bürgern errechnet, sank für Oktober auf 6,8 von revidiert 7,4 Punkten im Vormonat. Damit trübte sich die Stimmung der Verbraucher nach dem Sommerhoch bereits zum zweiten Mal in Folge ein. Die Nürnberger Marktforscher senkten ihre Prognose für das Wachstum des privaten Verbrauchs 2007 auf 0,6 von 1,0 Prozent.

„Vor allem die Kreditkrise in den USA und steigende Preise für Lebensmittel zeichnen für die etwas weniger euphorische Konsumlaune verantwortlich“, schreibt die GfK. Der starke Euro, die höheren Energiepreise und eine schwächere Konjunkturentwicklung in den USA trügen ebenfalls zur zunehmenden Skepsis bei. Der Indikator für die Konjunkturerwartungen sank im September auf 40,7 von 48,4 Punkten. Dies war zwar der niedrigste Wert seit Jahresanfang, er lag aber im langfristigen Vergleich noch überdurchschnittlich hoch.

Ihre finanzielle Lage schätzten die Verbraucher noch einmal pessimistischer ein als im August, der Indikator sank um 6,9 auf 2,3 Punkte und markiert damit den niedrigsten Stand seit Februar. Wegen höherer Löhne und der Besserung am Arbeitsmarkt seien steigende Einkommen zu erwarten. „Jedoch reagieren die Verbraucher traditionell sehr sensibel auf Inflationsgefahren“, schreibt die GfK. Teurere Milch- und Getreideprodukte hätten bereits zuletzt die Einkommenserwartung gedämpft. „Dieser Effekt wirkt vermutlich noch nach.“

Insgesamt trübte sich die Kauflaune weiter ein, der Indikator sackte auf minus 2,4 von plus 6,4 Punkten. Zudem steckten die Deutschen wieder mehr in den Sparstrumpf. „Die weitere Konjunktur- und Preisentwicklung wird entscheiden, ob sich der private Verbrauch im vierten Quartal nachhaltig positiv entwickelt oder die Konsumenten ihr Einkommen verstärkt auf die hohe Kante legen werden.“

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