GfK
Kauflaune verbessert sich trotz hoher Teuerung

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich spürbar erholt. Sowohl die Konjunktur- und die Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung hätten im April deutlich zugelegt, teilte das Marktforschungsinstitut GfK am Montag in Nürnberg mit. Angesichts der Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten zeigten sich die Konsumenten überraschend zuversichtlich.

BERLIN. Trotz hoher Lebensmittel- und Energiepreise und der Finanzkrise bessert sich überraschend die Kauflaune der Verbraucher. Das Barometer für das Konsumklima im Mai stieg um 1,1 auf 5,9 Punkte, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Montag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit dem Herbst.

Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang gerechnet. Die abnehmende Arbeitslosigkeit und die jüngsten Tarifabschlüsse sorgten dafür, dass die Bürger ihre Einkommenserwartungen kräftig nach oben schraubten und wieder eher mit größeren Anschaffungen liebäugeln. „Der Verbraucher geht davon aus, dass er netto trotz Inflation mehr in der Tasche haben wird“, sagte GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst.

Zugleich hätten sich die Voraussetzungen verbessert, dass die bereits für Jahresbeginn vorhergesagte Erholung des Konsums nun doch bevorstehe. Die Verbraucher erweisen sich damit als weit optimistischer als die Manager in den Chefetagen. Wegen der Finanzkrise und des starken Euro hat sich deren Stimmung zuletzt so stark eingetrübt wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr, wie das Münchner Ifo-Institut jüngst herausfand.

Die GfK sieht bei den Konsumenten hingegen vorerst keine Gefahr, dass die Konjunkturstimmung kippt. Die Konsumenten gingen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft nicht in eine Rezession abrutsche, sondern allenfalls eine konjunkturelle Abschwächung hinnehmen müsse. Der Indikator für die Konjunkturerwartungen legte den zweiten Monat in Folge zu und stieg um 8,3 auf 23,3 Zähler.

Die Verbraucher blicken auch weiter optimistisch auf ihre künftige finanzielle Lage. Dieser Teilindikator stieg zum dritten Mal in Folge. Mit einem Plus von neun Punkten fiel der Zuwachs jedoch deutlicher aus als in den beiden vorangegangenen Monaten zusammen. „Vor allem die guten Tarifabschlüsse für den öffentlichen Dienst wecken offenbar in den Augen der Beschäftigten die berechtigte Hoffnung, im Gegensatz zu den Vorjahren endlich wieder mehr Kaufkraft zur Verfügung zu haben“, teilte die GfK mit. Diese Erwartungen könnten momentan offenbar die Inflationsängste überlagern.

Die besseren Einkommensaussichten dürften auch dazu geführt haben, dass die Menschen sich wieder mehr leisten. Ihre Anschaffungsneigung kletterte um 5,5 Punkte auf minus 4,7 Zähler. Das Niveau blieb aber noch immer unter dem langjährigen Durchschnitt von 0 Punkten.

„Dies belegt, dass die Verunsicherung noch nicht verschwunden ist und die Bundesbürger die Kaufzurückhaltung nur sehr vorsichtig aufgeben werden“, prognostizierten die Forscher. Dennoch hätten sich die Voraussetzungen verbessert, dass sich der private Verbrauch im weiteren Verlauf des Jahres weiter erholen könne. „Damit sich das Konsumklima auf Dauer positiv entwickeln kann, ist es notwendig, dass der Inflationsdruck im Verlauf der kommenden Monate wieder nachlässt“, erklärten die Nürnberger Forscher.

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