GfK-Konsumentenumfrage
Verbraucher kommen in Weihnachtsstimmung

Die Stimmung der deutschen Verbraucher verbessert sich getragen von optimistischeren Konjunkturerwartungen vor dem Weihnachtsgeschäft merklich. Der auf Basis der monatlichen Konsumenten-Umfrage im November berechnete Konsumklima-Indikator für Dezember sei auf 5,7 von revidiert 5,4 Punkten für den Vormonat gestiegen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag in Nürnberg mit.

HB BERLIN. „Damit haben sich die Aussichten verbessert, dass das bevorstehende Weihnachtsgeschäft etwas positiver verlaufen kann als ursprünglich befürchtet“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Für eine durchgreifende Verbesserung des Verbraucherklima müsse sich allerdings die Lage am Arbeitsmarkt verbessern, sagten Ökonomen. Zudem dämpfe das Hickhack um die Steuerreform die Kauflust.

Das GfK-Konsumklima wird aus einer Umfrage unter 2000 Personen für den Folgemonat berechnet. Im November bewerteten die Befragten vor allem die Konjunktur-Aussichten besser. Der entsprechende Teilindikator stieg um knapp elf auf 0,3 Punkte und damit zum ersten Mal seit einem Jahr über den langjährigen Durchschnitt von null Punkten. „Die Leute lesen in der Zeitung, dass Deutschland vielleicht doch nicht auf ewig darnieder liegen wird“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Die GfK erklärte, die Stimmungsverbesserung gehe zurück auf die Erholung der Weltwirtschaft und bessere Unternehmensmeldungen.

Auch die persönlichen Einkommenserwartungen der Verbraucher verbesserten sich, ebenso die Neigung zum Kauf langlebiger Güter wie Autos und Fernseher. Allerdings lagen die beiden Teilindikatoren mit minus 0,9 (Oktober minus 6,9) und minus 25,8 (minus 30,9) Punkten noch klar unter der Null-Linie. Insgesamt zog GfK-Experte Bürkl aber als Fazit der Umfrage: „Diese Entwicklung lässt darauf hoffen, dass dieses Jahr doch noch einen einigermaßen versöhnlichen Abschluss finden kann.“

Eine nachhaltige Verbesserung des Verbrauchervertrauens und damit vor allem der Geschäfte im Einzelhandel ist den Experten zufolge allerdings ohne positive Signale vom Arbeitsmarkt unmöglich. „Bis dahin fahren die Konsumenten mit angezogener Handbremse“, sagte Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Solveen unterstrich: „Entscheidend ist, wie viel Geld die Menschen tatsächlich in der Tasche haben.“ Mit einem Abbau der Arbeitslosigkeit rechnen die meisten Experten erst ab der Mitte des kommenden Jahres. Erst dann werde sich auch beim Konsum trotz leicht steigender verfügbarer Einkommen deutlich mehr tun, sagte Solveen. Auf den Konsum entfallen 60 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung.

Ein weiteres Hindernis für die Verbraucherstimmung ist die monatelange politische Diskussion über Sozialreformen und Steuersenkungen zum Beginn kommenden Jahres. „Die Konsumenten sind noch unsicher“, sagte Guntermann. Komme die zusätzliche Steuerentlastung tatsächlich, werde sich die Stimmung verbessern. „Kommt sie nicht, werden Erwartungen enttäuscht und das Konsumklima wird sich wieder verschlechtern.“ Bürkl sagte, für das Konsumklima komme es vor allem auf „klare und nachvollziehbare Entscheidungen“ bei den Reformvorhaben an.

Der Einzelhandel strebt nach Angaben seines Branchenverbandes HDE in diesem Jahr im Weihnachtsgeschäft wie schon im Vorjahr einen zusätzlichen Umsatz von acht Milliarden Euro an. Mit knapp 70 Milliarden Euro macht die Branche in den letzten beiden Monaten des Jahres knapp ein Fünftel ihres gesamten Jahres-Umsatzes.

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