GfK
Konsumklima hellt sich auf

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist weiter so gut wie seit Jahren nicht mehr. Das von der GfK ermittelte Konsumklima stieg deutlich an. Die Bundesbürger wollen große Anschaffungen angesichts der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung vorziehen. Allerdings machten die Forscher auch erste Wolken am Konsumhimmel aus.

HB NÜRNBERG. Das von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte Konsumklima stieg für August auf 8,6 Zähler von revidiert 8,0 Punkten für Juli, wie die Nürnberger Marktforscher mitteilten. Der Anstieg resultiere allein aus der sehr stark gewachsenen Bereitschaft der Verbraucher, in nächster Zeit Produkte wie Autos oder Möbel zu kaufen. Die Anschaffungsneigung erreichte dabei der GfK zufolge im Juli den höchsten Stand der seit Anfang der 80er Jahre laufenden monatlichen Umfrage unter rund 2000 Personen.

Gedämpft wird die Stimmungsaufhellung jedoch von den Konjunkturerwartungen der Bundesbürger. Der entsprechende Wert setzte im Juli seine Talfahrt fort, liegt jedoch mit 15,6 Punkten noch immer rund 30 Punkte besser als bei der pessimistischen Einschätzung ein Jahr zuvor.

„Immer mehr Verbrauchern mangelt es an Vertrauen in die gesamtwirtschaftliche Entwicklung“, schrieben die Marktforscher. Sorgen um die Dauer des Aufschwungs hatten im Juli auch die vom Ifo-Institut erfasste Unternehmensstimmung von ihrem 15-Jahreshoch abgeschwächt.

Ostdeutsche vorsichtiger als die Westdeutschen

Der Indikator Anschaffungsneigung erreichte im Juli mit 57,5 Zählern den dritten Monat in Folge einen Rekord. Für den Anstieg ist der GfK zufolge vor allem die anstehende Mehrwertsteuererhöhung verantwortlich, denn immer mehr Bundesbürger planten, größere Anschaffungen vorzuziehen. Dies dürfte der Binnenkonjunktur in der zweiten Hälfte dieses Jahres zusätzliche Impulse verleihen. Besonders bei den Verbrauchern in Ostdeutschland nahm der GfK zufolge zuletzt die Bereitschaft zu, größere Käufe zu tätigen. Dennoch blieben sie noch immer vorsichtiger als die Westdeutschen.

Mit Blick auf ihre Einkommensentwicklung blieben die Deutschen skeptisch. Der entsprechende Teilindikator stieg im Juli um gut fünf Punkte auf einen Wert von minus 3,8 Zählern. Für den Pessimismus seien vor allem die finanziellen Belastungen aus der bevorstehenden Steuererhöhung, der Gesundheitsreform sowie den gestiegenen Öl- und Benzinpreisen verantwortlich. „Deshalb bleibt das Gebot der Politik und Wirtschaft, dafür zu sorgen, dass die Einkommenserwartungen wieder zulegen können, unvermindert dringlich“, schrieben die GfK-Experten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%