GfK: Konsumklima in Deutschland unverändert
Firmenkrisen schlagen Verbrauchern aufs Gemüt

Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge nicht gebessert. Der geplante Stellenabbau bei Unternehmen wie Opel oder Karstadt hat nach Einschätzung der Konsumforscher bei den Verbrauchern die Angst vor Arbeitsplatzverlust und sinkenden Einkommen geschürt.

HB BERLIN. „Viele Beschäftigte haben vermutlich das Gefühl, dass auch sie demnächst davon betroffen sein könnten“, erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl am Mittwoch. Die Menschen hätten sich in der GfK-Oktober-Umfrage zu ihren Einkommensaussichten und ihren Konsumplänen pessimistisch geäußert. Dass das GfK-Konsumklima für November dank einer geringeren Sparneigung mit 2,3 Punkten aber stabil blieb, registrierten Volkswirte mit Blick auf die jüngste Flut schlechter Nachrichten mit Erleichterung. „Es hätte schlimmer kommen können angesichts der Probleme bei Karstadt und Opel“, sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank.

Die Experten erwarten, dass die Deutschen frühestens im Laufe des kommenden Jahres wieder mehr Geld ausgeben werden. „Die Umfrage deutet darauf hin, dass es im dritten Quartal keine große Belebung beim Konsum gegeben hat“, sagte Scheuerle. Dem pflichtete Bürkl mit Blick auf die Daten bei: „Damit ist bezüglich der Konsumkonjunktur das Jahr 2004 mehr oder weniger gelaufen, denn auch zum Jahresende sind keine spürbaren Impulse mehr zu erwarten.“ Die GfK befragt pro Monat rund 2000 Personen und berechnet daraus das Konsumklima für den Folgemonat.

Die fehlende Kauflaune der Deutschen gilt als Hindernis für einen kräftigeren Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. „Das Schlimmste beim privaten Verbrauch liegt hinter uns“, sagte Andreas Rees von der HypoVereinsbank. „Das Wirtschaftswachstum steht weiter auf sehr wackeligen Beinen, und ich glaube nicht, dass der private Konsum hier einen Schub geben wird“, ergänzte der Ökonom aber. Der von Rekord zu Rekord eilende Ölpreis und der steigende Euro haben zuletzt die Sorgen genährt, dass auch der Export als einzige Stütze der Konjunktur wegbrechen könnte. Noch erwarten Bundesbank und Wirtschaftsforscher 1,5 % Wachstum für 2005, die Regierung ist etwas optimistischer.

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