GfK-Konsumklimaindex
Ölpreis trübt Stimmung der Verbraucher

Der hohe Ölpreis hat im September die Verbraucherstimmung in Deutschland spürbar gedämpft. Wie der Marktforscher GfK in seiner Konsumklimastudie herausfand, erwarten viele Haushalte zusätzliche finanzielle Belastungen und sind daher immer weniger bereit, große Anschaffungen zu tätigen.

HB NÜRNBERG. Dennoch erwarteten viele Verbraucher eine Konjunkturerholung, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie. Das Konsumklima werde im Oktober auf einen Wert von 3,1 Punkten sinken nach revidiert 3,3 Punkten im September.

Mit Blick auf die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl warnte der Chef der GfK, Klaus Wübbenhorst, vor einer „politischen Hängepartie“ in Berlin. Diese würde den Verbraucher noch stärker verunsichern und damit die Binnennachfrage weiter schwächen. „Der Wähler und Verbraucher will jetzt klar wissen, wer Deutschland künftig regiert und auf welches politische Programm er sich einzustellen hat“, sagte der GfK-Chef. Gefragt sei eine „Koalition der Mutigen“, die nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner suche, sondern sich um den größtmöglichen Nutzen für Deutschland bemühe.

Volkswirte zeigten sich von den Ergebnissen der Studie nicht überrascht. Andreas Scheuerle von der Dekabank sagte, die Belastungen für die Haushalte seien immens. Die Perspektiven sind eher düster, weil auch die Gaspreise stiegen. Für das künftige Konsumklima werde es wichtig sein, wie die Bürger in der nächsten Umfrage den Wahlausgang bewerten. Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim meinte, neben dem Ölpreis sei der Arbeitsmarkt der Dreh- und Angelpunkt des Konsumklimas. So lange die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung allenfalls stabilisiert werde, werde sich der private Konsum nicht aufhellen. Ralph Solveen von der Commerzbank sagte, die Stimmung spiele höchstens eine untergeordnete Rolle. Die Leute brauchten mehr Geld in der Tasche.

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