GfK-Konsumklimaindex
Verbraucher in Kauflaune - Handel frohlockt

Die deutschen Verbraucher haben ihre Kauflaune nach einer Schwächephase zu wiederentdeckt: Der Konsumklimaindex des Marktforschungsunternehmens GfK für Mai stieg auf 5,5 Punkte nach 4,4 im Vormonat. Sogar der Einzelhandel, sonst eher für Klagen und Pessimismus gut, sieht Anzeichen für ein Branchenwachstum.

HB/doh NÜRNBERG. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten 4,7 Punkte vorhergesagt. „Das Thema Mehrwertsteuererhöhung spielt offenbar in den Überlegungen der Konsumenten zusehends eine untergeordnete Rolle“, hieß es vonseiten der GfK. Wegen der guten Konjunkturaussichten rechneten die Deutschen mit steigenden Einkommen und seien eher bereit, Geld für größere Anschaffungen auszugeben.

„Der Konjunktureuphorie der Bundesdeutschen sind momentan offenbar keine Grenzen gesetzt“, hieß es zu der monatlichen Umfrage unter 2000 Verbrauchern. Der GfK-Teilindikator für die Konjunkturerwartung kletterte von 53,1 auf 61,0 Punkte. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 1980. Der Indikator für die Einkommenserwartung stieg von 15,9 auf 29,6 Zähler. Das ist der höchste Stand seit sechs Jahren.

Im Sog der guten Konjunktur- und Einkommensstimmung nahm die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen zum zweiten Mal in Folge zu. Dazu trug nach Angaben der GfK bei, dass die Mehrwertsteuererhöhung die Verbraucherpreise nicht so stark wie befürchtet verteuerte. Der Teilindikator für die Kaufbereitschaft kletterte von minus 12,3 auf minus 6,5 Punkte. Es zeichne sich ab, dass die höhere Steuer die Kauflaune nur zu Jahresbeginn merklich gedrückt habe.

Bankvolkswirte ordneten den Konsumindex als Zeichen dafür ein, dass der Wirtschaftsaufschwung zunehmend auf breiter Basis steht. Es sei nur noch „eine Frage der Zeit, bis wir auch beim Konsum eine signifikante Erholung sehen“, sagte Dirk Schumacher von Goldman Sachs. Zu Wochenbeginn war der Ifo-Geschäftsklima gestiegen.

Der Einzelhandel wertete den Konsumklimaindex als Indiz für eine Besserung der Branchenlage. „Wir sehen Anzeichen, dass der Einzelhandel wieder auf einen Wachstumspfad kommt – allerdings nicht in der Größenordnung der Gesamtwirtschaft“, sagte Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, dem Handelsblatt. Die Mehrwertsteuererhöhung habe zu Jahresbeginn zunächst „Brems- und Schleifspuren“ hinterlassen. Nachdem der Einzelhandel Ende 2006 einen guten Lauf gehabt habe, seien die Umsätze in den ersten beiden Monaten 2007 gesunken. Märzzahlen liegen bislang nicht vor.

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