Globale Rezession
Klimawandel gefährdet Weltkonjunktur

Der Klimawandel könnte die Welt in die schwerste Rezession der neueren Geschichte stürzen, mehr kosten als beide Weltkriege zusammen und Hunderte Millionen Menschen zu Flüchtlingen machen. So heißt es in einem Bericht der britischen Regierung zu den Folgen des Klimawandels.

mth LONDON. Nur ein entschlossenes globales Aktions- und Investitionsprogramm könnte die Kosten des Klimawandels dramatisch reduzieren, heißt es in einem Bericht der britischen Regierung zu den Folgen des Klimawandels, der am Freitag offiziell vorgestellt wird.

Der frühere Weltbank-Ökonom Sir Nicholas Stern hat die 700-Seiten-Studie im Auftrag des britischen Schatzkanzlers Gordon Brown erarbeitet. Der mit Spannung erwartete Bericht gilt schon jetzt als die umfassendste Wirtschaftsanalyse des Klimaproblems und dürfte die Debatte darüber entscheidend beeinflussen.

Nach den bereits vorliegenden Informationen stellt Stern zwei Szenarien gegenüber: Entweder die Weltgemeinschaft geht entschiedener als bisher gegen Treibhausgasemissionen vor und investiert dafür 350 Mrd. Dollar beziehungsweise ein Prozent des globalen Bruttosozialproduktes. Oder der Weltwirtschaft drohen eine katastrophale Rezession und Kosten in Höhe von knapp sieben Bill. Dollar.

„Viele werden überrascht sein, wie relativ gering die Kosten eines schnellen Handelns sind“, sagte der britische Chefwissenschaftler Sir David King. Vergangene Woche informierte Stern das britische Kabinett über seine Erkenntnisse: Stern habe keinen Zweifel daran gelassen, „dass Nichtstun keine Option ist“, sagte ein Teilnehmer der Runde der britischen Sonntagszeitung „Observer“.

Britische Politiker erhoffen sich von dem Bericht Anstöße für die Uno-Klimaverhandlungen in der kommenden Woche in Nairobi. Der Stern-Bericht widerspricht klar der US-Auffassung, wonach der Kampf gegen den Klimawandel die Wirtschaft schädigt. Berichten zufolge empfiehlt Stern einen globalen Emissionshandel. Die britische Außenministerin Margaret Beckett forderte Berlin jüngst auf, den Klimawandel zur Priorität der deutschen EU- und G8-Präsidentschaft zu machen.

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