Globaler Stabilitätsreport: IWF warnt vor „chronischer“ Finanzkrise

Globaler Stabilitätsreport
IWF warnt vor „chronischer“ Finanzkrise

Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds ist die Einsturzgefahr im Weltfinanzsystem gebannt. Doch sollte der Reformeieifer in Europa nachlassen, könnten Krisen wie in Zypern zum Dauerproblem werden.
  • 24

WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Eurozone vor einer „chronischen“ Finanzkrise gewarnt. Die Gesetzgeber der Währungsunion dürften nicht nachlassen, Reformen im Bankensektor voranzutreiben und die wirtschaftliche Erholung zu stützen, fordert die Institution in ihrem neuen Bericht zur globalen Finanzstabilität.

Sollte der Eifer bei der Reparatur des Systems nachlassen, könnten alte Risiken dauerhaft zurückkehren, heißt es in dem am Mittwoch in Washington im Vorfeld der IWF-Jahrestagung veröffentlichten Papier. Schwache Banken müssten dringend restrukturiert, Kapitalanforderungen weiter verschärft werden.

Zuletzt habe die Krise in Zypern erneut gezeigt, wie brüchig das Vertrauen internationaler Finanzmärkte sei. Der marode Bankensektor trieb das kleine Euroland an den Abgrund und sorgte weltweit für Besorgnis. Der Insel muss mit milliardenschweren Kredithilfen geholfen werden.

Das Ausmaß „unterstreicht die Dringlichkeit, die Reformen in der Eurozone zu vollenden“, so die Analyse, die der Weltwährungsfonds zwei Mal im Jahr erarbeitet. Er ruft darin auch ausdrücklich zu einer Rekapitalisierung von Banken, einer gemeinsamen Bankenaufsicht und einer vervollständigten Währungsunion auf. Diese Themen werden auch bei der Frühjahrstagung der 188 IWF-Mitgliedländer Ende der Woche in Washington auf der Tagesordnung stehen.

Die globale Krisenfeuerwehr lobt in dem Bericht, wie vor allem die Banken in entwickelten Volkswirtschaften wesentliche Erfolge beim Umbau ihrer Bilanzen erzielt hätten. „Aber die Fortschritte waren ungleichmäßig, so sind die Systeme in unterschiedlichen Stufen ihrer Reparatur.“ In den USA sei der Prozess etwa weitgehend abgeschlossen, während das in der Eurozone nicht der Fall sei - vor allem nicht in den schwächeren Staaten.

Insgesamt fiel die IWF-Einschätzung der globalen Finanzstabilität aber wesentlich positiver aus als noch vor einem halben Jahr, als in dem Bericht von einem „sehr brüchigen“ Vertrauen ins Weltfinanzsystem und „bösen Abwärtsspiralen“ die Rede war. So heißt es nun, die globalen Finanz- und Marktbedingungen hätten sich „in den vergangenen sechs Monaten spürbar verbessert“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Globaler Stabilitätsreport: IWF warnt vor „chronischer“ Finanzkrise"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Die globale Krisenfeuerwehr lobt in dem Bericht, wie vor allem die Banken in entwickelten Volkswirtschaften wesentliche Erfolge beim Umbau ihrer Bilanzen erzielt hätten."

    Was ist darunter zu verstehen?

    Jüngst wurde bekannt, dass der Plan ausgereift ist, in einer Wochenendaktion die Konten der Einleger um einen Betrag X per Dekret zu plündern. D.h., dass Fremdkapital in Eigenkapital umgewandelt und dann gestrichen wird.

    Ist das der gemeinte Fortschritt?

    Jetzt dürfte wohl Basel III auch noch einmal umgeschrieben werden müssen. Spar- und Kundeneinlagen zählen ab sofort zu den Eigenmitteln! ;-)

    Es ist an der Zeit, die Sinnhaftigkeit einer Bankenaufsicht noch einmal zu überdenken.

    Wenn es genügend Gold gäbe, müsste ernsthaft über eine Goldwährung nachgedacht werden. Die Staaten haben die Glaubwürdigkeit an die Werthaltigkeit ihres Fianzsystems aufgrund der fehlenden Seriösität der handelnden Personen verspielt.

  • ACH JA ??? WELCHE KAUFKRAFT WÄRE MEHR UNTERWEGS OHNE STAATBEDIENSTETE ??? GELDS IST SCHON NURNOCH AUF EINER SEITE und SO GELDSELBSTZWECKGELD mit RECHT ??? UND DARAN SIND NICHT STAATLICH BEDIENTESTE DRAN SCHULD SONDERN POLITIKER . JEDES GELD WAS FREIHEIT GIBST WIRD SOFORT GELDSELBSTZWECKGELD ABER NIEMANDEN MEHR KAUFKRAFT SEIN . UND wie da SCHULDEN ABBAUEN und STEUER EINNEHMEN , wenn NICHT GELDZWECKGELD dich BEDIENEN KANNST , wo wer WEISS , WO ES IST , OHNE BEAMTE ??

  • Christine Lagarde hat ganz recht: Die Krise kann deshalb von Dauer sein, weil in fast allen EU-Ländern (nicht nur bei den PIIGS)zu viele Staatsbedienstete sich von den Steuerzahlern durchfüttern lassen bzw. am Steuertopf hängen.

    PMS ist DIE INITIATIVE gegen die zu hohe Staatsquote in Deutschland.

    PMS – Partei der Mündigen Steuerzahler -- scheint mir der richtige Ansatz zu sein. Endlich mal eine Gruppierung, die nicht nur jammert, sondern den dringenden Reformbedarf bei unseren verkrusteten und viel zu teuren staatlichen Strukturen anpackt.

    Es ist ja schon ein Skandal, dass sich so viele Leistungsverweigerer nicht dem Wettbewerb in der freien Wirtschaft stellen und sich in bequemen Scheinjobs beim Staat mit den Steuergeldern der Leistungsträger in der freien Wirtschaft durchfüttern lassen. Klar, dass die sich seit Jahrzehnten lieber in den Amtsstuben der Behörden, als verbeamtete Lehrer statt in leistungsorientierten Privatschulen oder als staatliche Arbeitsvermittler, deren Arbeit längst zu 90% von privaten Jobvermittlern gemacht wird, rumdrücken. Oder überflüssige Finanzbeamte, die statt die Steuergesetze zu entrümpeln sich in Alibiverwaltung ergehen. Oder, oder, oder….

    Aber jetzt ist bald Schluss damit, die Besoldungen werden ganz einfach um 40% reduziert werden. Damit werden die heutigen Personalkosten für Straatsbedienstete in der BRD von 160 Mia EUR auf budgetverträgliche 100 Mia EUR gesenkt. Dann können die ja selbst entscheiden, ob sie sich endlich mal um jene echten Jobs am freien Arbeitsmarkt bewerben, die ihren Gehaltsvorstellungen entsprechen…

    Das Programm der PMS trifft genau den Reformbedarf bei den zum grossen Teil überflüssigen staatlichen Jobs (mindestens 60%). Hier gibt es einen enormen Privatisierungsbedarf, der freiwillig von den Reformblockern beim Staat nie umgesetzt würde.

    Übrigens haben wir in der PMS jetzt bereits 6000 aktive Mitglieder und noch viel mehr passive Sympathisanten. Natürlich alles Leute aus der freien Wirtschaft….



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%