Globales Wachstum
Trichet: Schwellenländer mit bemerkenswerter Widerstandfähigkeit

Trotz Finanzkrise und einer sich abzeichnenden Rezession in den USA ist die Weltwirtschaft nach Einschätzung der führenden Notenbanken nach wie vor robust. Erstaunlich findet Trichet allerdings die Entwicklung der Schwellenländer.

HB BASEL. Nach Meinung der Zentralbanker sind die Finanzkrise und die mit ihr einhergehenden Verwerfungen an den Finanzmärkten noch nicht ausgestanden. Während es in einigen Marktsegmenten erste Zeichen für eine Beruhigung gebe, bleibe die Lage am Geldmarkt angespannt, sagte Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), am Montag in Basel nach einem Treffen von Notenbankern bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel.

Gleichzeitig sei das Risiko, dass die Teuerung durch die Preisexplosionen bei Energie-, Rohstoffen- und Lebensmitteln weiter steigen werde, signifikant - und zwar sowohl in den Schwellen-, als auch in den Industrieländern. Um so wichtiger sei es, dass die Inflationserwartungen fest verankert blieben und zwar in allen Ländern, bekräftigte Trichet. „Die Inflationsrisiken sind signifikant.“

Der EZB-Präsident hat derzeit den Vorsitz im G10-Gouverneursrat, dem Gremium der Notenbankchefs der zehn wichtigsten Industrienationen. Er leitet in dieser Funktion auch die so genannte Weltwirtschaftssitzung bei den regelmäßigen Treffen der Notenbanker in Basel.

Trichet sieht das globales Wachstum trotz Finanzkrise robust. Auch für die Euro-Zone ist er optimistisch: „Was wir im ersten Quartal 2008 beobachten ist, dass die Wirtschaft (der Euro-Zone) recht robust war und auch in der ersten Hälfte des Jahres recht widerstandsfähig sein wird.“ Die Weltwirtschaft wachse weiterhin mit signifikantem Tempo, allerdings habe die Dynamik zuletzt etwas nachgelasen.

Eine besondere Entwicklung beobachtet Trichet bei den Schwellenländern. Die Schwellenländer zeigten zurzeit eine bemerkenswerte Widerstandfähigkeit, bemerkte er.

Die EZB wird nach Einschätzung von Ökonomen am Donnerstag erneut nicht an der Zinsschraube drehen. Grund dafür ist die nach wie vor sehr hohe Inflation, die zuletzt zwar auf 3,3 Prozent zurückging, aber immer noch weit über der Zielmarke der EZB von knapp unter zwei Prozent liegt. Der Leitzins in der Euro-Zone steht seit Juni vergangenen Jahres unverändert bei vier Prozent.

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