Grassierende Staatsschulden EZB sieht Stabilität der Euro-Zone in Gefahr

Während Europa noch über die richtigen Instrumente zur Abwehr von Staatspleiten streitet, schwelt die Schuldenkrise weiter. Und sie könnte sich so weit zuspitzen, dass das komplette Euro-Währungsgebiet in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, meint die Europäische Zentralbank. In ihrem Monatsbericht sprechen die Banker eine deutliche Warnung aus.
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EZB in Frankfurt: Risiken für die Euro-Zone. Quelle: dpa

EZB in Frankfurt: Risiken für die Euro-Zone.

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HB FRANKFURT/MAIN. Die EZB sieht die Lage der öffentlichen Haushalte in einigen Euro-Ländern mit großer Sorge. Bei einigen Mitgliedstaaten bestünden „nach wie vor sehr große Bedenken hinsichtlich nicht tragbarer Haushaltspositionen und deren Anfälligkeit gegenüber negativen Marktreaktionen, was sich auf das gesamte Euro-Währungsgebiet auswirkt“, schreiben die Währungshüter in ihrem am Donnerstag vorgelegten Monatsbericht. Die Regierungen müssten das Vertrauen in solide Finanzen stärken.

2011 dürften den Angaben zufolge nur fünf Euroländer ­ Deutschland, Estland, Luxemburg, Malta und Finnland - die Defizitgrenze von maximal drei Prozent des BIP einhalten. In Deutschland wird das Defizit nach Bundesbankschätzung dank des kräftigen Wachstums und des Auslaufens der Konjunkturprogramme von 3,5 Prozent in diesem Jahr auf etwa 2,5 Prozent sinken.

Einen merklichen Rückgang der auf Rekordniveau gestiegenen Schuldenquote von über 80 Prozent erwartet Bundesbank-Präsident Axel Weber aber nicht: „Schon deshalb ist der Konsolidierungskurs unbedingt zu halten. Je schneller der gesamtstaatliche Haushalt ausgeglichen wird, desto besser.“ Deutschland müsse seiner Vorbildrolle für den Rest des Euroraums gerecht werden.

Derweil wird in Europa darüber gestritten, wie die Schuldenkrise am besten eingedämmt werden könnte. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger warf der Bundesregierung wegen ihres strikten Neins zu den Euro-Bonds einen Mangel an europäischem Denken vor. Im ARD-Fernsehen erklärte Bofinger, Deutschland tue gut daran, nicht nur an die eigenen Interessen in einem kurzfristigen Sinne zu denken. Im Interesse eines stabilen Euro müsse man bereit sein, im Zweifelsfall dafür auch etwas zu bezahlen.

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10 Kommentare zu "Grassierende Staatsschulden: EZB sieht Stabilität der Euro-Zone in Gefahr"

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  • Euro-bonds ohne dazugehörige gemeinsame Fiskalpolitik und damit mindestens ein Mindestmaß an politischer Union kann nicht funktionieren. Ohne diese: Wer verhindert das sich ein Land dann übermäßig verschuldet? Und wer muss dann das abzahlen? Einen rausschmiss aus dem Euroland wird es dann ja erst recht nicht geben. Welche Sanktionen kann man Staaten auferlegen?

  • Statt ständig Tartarenmeldungen zu verbreiten täte die EZb gut daran, endlich zu handeln. Nämlich den Ankauf von Staatsanleihen und sonstigem Schrott einzustellen, bzw. solche Käufe nur 20 % unter dem gegenwärtigen Marktwert zu tätigen. Und endlich den ersten Zinsschritt zu tun. Plus 0.25% wäre ein guter Anfang um eine Marke zu setzen. Wer das nicht überlebt, ist eh' schon bankrott.

  • die bundesbank hat seit kurzem absatz schwierigkeiten bei bonds auktionen. gestern sind sie bei den 2jährigen auf 20% des volumens sitzen geblieben. sieht für mich aus als zahlen wir so oder so. das ist so ziemlich das krasse gegenteil einer win-win situation. jetzt haben wir die wahl ob wir selbst die karre anhalten oder ob die betonmauer das für uns erledigt.

  • Was die gleichgeschaltete deutsche Presse heute mal wieder "vergisst" als Meldung zu bringen, steht wenigstens noch im WallstreetJournalvon heute: Schon nach wenigen Monaten die erste Verlaemngerung fuer die Griechenland-Kredite. "its European partners favor giving the cash-strapped country more time to pay back its emergency loans" Und am Ende steht dann der Schuldenerlass. Dafuer zahl ich doch gerne Steuern in D und arbeite bis 67!

  • Die korrupte EU "Gemeinschaft" wird unweigerlich auseinanderbrechen - und das ist gut so !
    Und hoffentlich werden die DE und EU Politiker zum Teufel gejagt !
    Das Volk schläft immer noch und lässt sich für dumm verkaufen. Komisch - woran das wohl liegt ??
    Sollten die naiven Duckmäuser es sich verdint haben, von so velogenene Politikern regiert zu werden ????

  • Als der innenminister die erste bombe selber entschärfen sollte, war schluss mit Lustig,und dann noch die Kommentare vieler Leser des Hb,das es einen Volksfest gleich käme wenns am richtigen Ort knallt,da war dann Ruhe.Sicherlich sollten wir mehr darauf achten wer so im Aufsichtsrat einer Landesbank sitzt als zu schauen wer hat die Aldi tüte da stehen lassen.Wer Macht den Flugschein geht am besten wenn wir das internet sicherer machen und der neue teure Personalausweis und und und.Nun noch die Eurozone mit so vielen armen Menschen man als innenminister muss ich eigentlich mehr verdienen,Terror,Europa retten banken retten den inneren Frieden retten.wer will mit mir tauschen.

  • Frau Merkel, beweisen Sie ihre Alpha-Teflon-Führungsstärke bei der Abweisung des Euro-bonds.

    Die deutschen bürger stehen hinter ihnen.
    Sie werden auch mit dem Ergebnis klar kommen.

    Ein Ende mit Schrecken, war für die Deutschen immer auch ein kraftvoller Neuanfang.

    Die EU-barroso-Glühbirne muss raus geschraubt werden, denn sie ist heimtückisch giftig.

    Die Sozialdemokraten sollten endliche Flagge zeigen, statt impotenz zu artikulieren.

    in der Außenpolitik war es schon immer so, dass im Schoß verbrauchter bündnisse, Neue entstehen.

  • bofinger irrt gewaltig. Deutschland bezahlt nicht nur etwas, sondern eine ganze Menge, eine ganze Menge mehr als es sich leisten kann. Das kann nicht so weiter gehen. Deutschland muß jetzt endlich die Notbremse zeihen.

  • Der SPD-Vorsitzende, Sigmar Gabriel, sagte :
    "Die Eurozone droht zu zerbrechen. Ohne eine gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik ist eine gemeinsame Währung nicht zu halten. Dazu sind die Mitgliedsstaaten nicht bereit"
    Damit ist die Frage, ob EURO-bONDS ausgegeben werden sollten, mit NEiN zu beantworten.

  • Diejenigen die solche Lügen in die Welt setzen, sollen von diesen Lügen aufgefressen werden!!!

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