Greenspan-Anhörung wurde mit Spannung erwartet
Experten erwarten kleinen Zinsschritt

Die Spekulationen auf eine drastische Anhebung der Leitzinsen sind durch weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallene US-Inflationsdaten gedämpft worden. Der Euro stieg knapp über die psychologisch wichtige Marke von 1,21 Dollar.

HB WASHINGTON/NEW YORK. „Die Zahlen schließen eine Anhebung der US-Leitzinsen um mehr als 25 Basispunkte bei der kommenden Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 30. Juni aus“, urteilte Chefökonom John Lonski von Moody's Investors Service mit Blick auf den Rückgang des Anstiegs der Verbraucherpreis-Kernrate im Mai auf 0,2 Prozent von 0,3 Prozent im Vormonat. Chefökonom Gary Thayer schätzte die Situation ähnlich ein: „Die Fed wird sicher die Zinsen anheben. Aber sie wird wohl zunächst nicht allzu aggressiv reagieren müssen.“

Zwischenzeitlich hat die Anhörung von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Senat stattgefunden. Er hat sich wider erwarten nicht zur Geldpolitik und zum Wirtschaftsausblick geäußert.

Vor dem Bankenausschuss anlässlich seiner Nominierung für eine fünfte Amtszeit sagte er am Dienstag lediglich, die Fed müsse bereit sein, auf alle möglichen Risiken für die Konjunktur zu reagieren. „Dies gilt insbesondere angesichts der glücklicherweise geringen, aber weiter ziemlich beunruhigenden Möglichkeit eines erneuten bedeutenden Terroranschlags in den Vereinigten Staaten“, betonte der 78-Jährige laut Redetext.

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai um 0,6 Prozent zum Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg um 0,4 Prozent gerechnet. Mit einem Plus von 0,2 Prozent traf die Verbraucherpreis-Kernrate dagegen genau die Analystenprognosen.

Vor dem Hintergrund der mit Erleichterung aufgenommenen Inflationsdaten richteten die Anleger ihre Aufmerksamkeit nun auf die für den Nachmittag (MESZ) erwartete Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des US-Senates. Von ihm erhofften sie sich weitere Hinweise auf die Entwicklung US-Zinsen.

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