Greenspan zieht keine Inflationsgefahr
US-Erzeugerpreise legten deutlich zu

Die US-Erzeugerpreise sind im März unerwartet deutlich in die Höhe geschossen. Treiber waren vor allem höhere Lebensmittel- und Energiekosten. Da sich jedoch keine schnelle Besserung am US-Arbeitsmarkt abzeichnet, hat sich nach Einschätzung der Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung in den USA nicht erhöht.

HB WASHINGTON. Das US-Wirtschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, die an Fabriken, Agrarbetriebe und Raffinerien gezahlten Preise seien im März im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent gestiegen. In der Kernrate - also ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel - kletterten die Preise um 0,2 Prozent.

Analysten hatten mit einem langsameren Anstieg von 0,3 Prozent beziehungsweise 0,1 Prozent in der Kernrate gerechnet. Der unerwartete Anstieg ist nach Ansicht der meisten Experten jedoch kein deutliches Indiz für eine baldige Zinserhöhung, obwohl US-Notenbankpräsident Alan Greenspan die Märkte in dieser Woche darauf vorbereitet hatte. „Das ist einfach nicht Furcht erregend. Wegen dieser Zahlen wird die Fed eine Zinserhöhung wahrscheinlich nicht vorverlegen“, sagte Sean Callow von Ideaglobal in New York.

Nach Worten Greenspans wächst die US-Wirtschaft mittlerweile so schnell, dass eine Zinserhöhung notwendig werden könnte. Zugleich hatte Greenspan jedoch erst am Mittwoch betont, dass es bisher noch keinen Inflationsdruck gebe. Ein starker Anstieg der Verbraucherpreise und das Wachstum der Beschäftigung hatten ebenfalls zuletzt Spekulationen darüber ausgelöst, die Fed könnte ihren Schlüsselzins von derzeit ein Prozent - der tiefste Stand seit 1958 - erhöhen.

Der unerwartet geringe Rückgang der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigte jedoch, dass der Arbeitsmarkt nicht so schnell auf die Beine kommt. In der Woche zum 17. April registrierte das Wirtschaftsministerium lediglich einen Rückgang um 9 000 auf 353 000 nach einem starken Anstieg in der Vorwoche. „Es ist schon enttäuschend, dass die Zahl der Erstanträge nicht deutlicher gesunken ist“, sagte Alan Ruskin von 4Cast in New York. „Vielleicht verbessert sich der Arbeitsmarkt doch etwas langsamer als wir dachten.“

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