Griechenland

Drachme kostet Deutsche 77 Milliarden

Die „WirtschaftsWoche“ hat ausgerechnet, wie viel der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone den deutschen Steuerzahler kosten würde. Das Magazin kommt auf 77 Milliarden Euro - wenn die Schulden nicht bedient werden.
87 Kommentare
Wenn Griechenland aus dem Euro austritt, wird es nach Berechnungen der „WirtschaftsWoche“ teuer. Quelle: dpa

Wenn Griechenland aus dem Euro austritt, wird es nach Berechnungen der „WirtschaftsWoche“ teuer.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEin Austritt Griechenlands aus der Eurozone würde den deutschen Steuerzahler nach Berechnungen der „WirtschaftsWoche“ geschätzte 77 Milliarden Euro kosten. Dabei wird angenommen, dass Griechenland in diesem Falle seine Schulden nicht mehr bedient.

Die Summe ergibt sich dem Magazin zufolge aus bilateralen Hilfskrediten und dem Anteil Deutschlands an Krediten des Euro-Rettungsfonds EFSF und des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie an Verlusten der Europäischen Zentralbank (EZB), die größter Gläubiger Griechenlands ist. Insgesamt ergebe sich für die Euroländer eine Summe von 276 Milliarden Euro.

Experten rechnen damit, dass ein Austritt Athens aus dem gemeinsamen Währungsraum auch eine Staatspleite zur Folge hätte. Allerdings müssten dann nicht alle Kredite verloren sein; es könnte auch ein neuer Schuldenschnitt ausgehandelt werden. Kaum abzuschätzen wären die Auswirkungen im Privatsektor, also auf griechische Unternehmen und Banken sowie ihre Kunden, Handelspartner und Kreditgeber im In- und Ausland. Hinzu kommt die Gefahr von Ansteckungseffekten in anderen Krisenländern.

  • dpa
Startseite

87 Kommentare zu "Griechenland: Drachme kostet Deutschland 77 Milliarden Euro"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Lieber ein mal 77 Milliarden zahlen als 100te von Milliarden die nächsten Jahre.

  • lieber ein ende mit schrecken, als ein schrecken ohne ende!

  • 77 Milliarden ist eine stolze Summe. Fraglich ist, was es uns im Vergleich kostet, wenn Griechenland in der Euro-Zone bleibt und es dann auch nicht schafft.

    Man könnte sich hier an das gute alte Sprichwort "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende halten.

  • Ich gehe davon aus, dass die Target 2 Verrechnungen, die
    bei ca. 100 Mia. liegen, also Griechenland gegenüber
    Deutschland mit über 100 Milliarden in den Miesen steht,
    auch nicht zurückbezahlt, ausgeglichen werden, auch wenn
    immer so gelabert wird: "Es sind ja nur Verrechnungskonten"

    Also kostet dies Deutschland de facto ca. 180 Mia. +++++
    oder doch 250 oder 300.
    Bei der kreativen Buchhaltung von Herrn Schäuble werden
    wohl ganz andere Beträge herauskommen, aber wahrscheinlich
    erfährt dies Keiner.

  • @so_what

    "Cancellieri"

    dazu ein dürrer Bericht bei sz-online
    http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=3060235

    "Wann bekommen wir diese Nachricht vom Innenministerium?"

    Ich kenne niemanden, der ein solches Szenario mit absoluter Sicherheit auszuschließen vermag.

    Hier kann man sich schonmal einlesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Notstandsgesetze

  • Wollen Sie damit sagen, dass die BILD jetzt Politiker erpresst, weil man seinen Anzug im Angebot kauft?
    Interessant finde ich allerdings, wie man dann die Leute unter Druck setzen will. BILD gibt dann Spiegel den Auftrag zu recherchieren.
    Ergibt ein äusserst trauriges Bild über den deutschen Journalismus.

  • "Bei Japan wäre ich mir nicht so sicher:"

    doch, genau das ist von einem großen US-Hedgefond am WE geäußert worden.

  • "wie dies ganz konkret aussieht kann man u.a. am Beispiel Italien nachlesen - "Die Qualen der Menschen":


    Beispiel Italien:

    Italien überlegt, bei Unruhen seine Firmen - weil es da Molotow-Anschläge gegeben hat - mit dem Militär zu schützen.

    Italien: Innenministerin Anna Maria Cancellieri schließt einen Einsatz des Militärs im Inland nicht aus, um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. Die Steuereinzugsgesellschaft Equitalia oder der Rüstungskonzern Finmeccanica könnten vom Heer verteidigt werden.
    13.5. 17:58 - Echtzeitnachricht


    So weit sind wir gekommen.....

    Was sagt Baring in der Gesprächsrunde bei Maischberger: die Italiener sind ganz entspannt, weil sie wissen, daß Deutschland zahlt.

  • "Die Frage ist, wo will man hin? In einen schwächelnden Verband, der immer weniger auf die Reihe bringt, weil alles staatlich subventioniert, normiert und gelenkt ist oder orientiert man sich an Modellen, die Freiheit garantieren und erfolgversprechender sind?"

    Tja, das ist die große Frage.

    Folgt man der HB Korrespondentin im Presseclub am Sonntag ARD, müssen wir einen europ. Finanzminister haben, genau das aber wollen die Nationalstaaten zunehmend NICHT, um ihre Souverainität fürchtend, Schäuble steuert aber genau DARAUF hin, Nationalstaaten seien im 21. Jahrhundert unmodern. Merkel hat bereits die "Weltwährung" im mGepäck.

    Von der Leyen bei Jauch beschwört den EURO auf Gedeih und Verderb und etliche andere geben auch nicht auf..

    Aber, wenn das alles nicht zu halten ist und man das erst erkennt, wenn es total aussichtslos geworden ist?
    Es ist schon jetzt fast zu spät, aber DANN kommt der Knall.

    Italien überlegt, bei Unruhen seine Firmen - weil es da Molotow-Anschläge gegeben hat - mit dem Militär zu schützen.

    Italien: Innenministerin Anna Maria Cancellieri schließt einen Einsatz des Militärs im Inland nicht aus, um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. Die Steuereinzugsgesellschaft Equitalia oder der Rüstungskonzern Finmeccanica könnten vom Heer verteidigt werden.
    13.5. 17:58 - Echtzeitnachricht

    Wann bekommen wir diese Nachricht vom Innenministerium?

    Mein Gott, wohin eskaliert nur die ganze Chose unter dem EURO-Zwang??
    Ist es das alles wert wegen einer aufoktruierten Währung in einem Staatenverbund, der nicht ungleicher sein kann, oder ist das alles sogar gewollt?

    Fragen über Fragen....


  • Die eigentliche Nachricht des Tages ist, dass angeblich schon Pläne ausgearbeitet werden, wie selbst im Falle einer Verweigerung der verabredeten Spar- und Reformmaßnahmen doch noch weitere EFSF-Mittel nach GR geschaufelt werden können. Zusätzlich zu den erwarteten 77 Mrd. € Kosten eines Euro-Austritts mit Moratorium aller Schulden- und Zinszahlungen sowie den schon angefallenen 8 (?) Mrd. bei der HRE durch den Schuldenschnitt (für die ja der deutsche Steuerzahler gerade steht) sollen also weitere Mittel fließen. Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, wie die für diese Verluste verantwortlichen Politiker der "Euro-Parteien" dafür in die persönliche Haftung genommen werden können. So lange diese Leute nicht persönlich für ihre Taten büßen müssen, wird sich gar nichts ändern ...

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%