Großbritannien
Britische Wirtschaft schmiert ab

Großbritannien erlebt den heftigsten Konjunktureinbruch seit Mitte der 50er Jahre. Im Vergleich zum Vorjahr ist die britische Wirtschaft im zweiten Quartal 2009 um mehr als 5 Prozent geschrumpft. Experten befürchten, dass die Erholung nur sehr schleppend verlaufen wird.

LONDON. Die britische Wirtschaft hat in diesem Frühjahr den heftigsten Konjunktureinbruch seit Mitte der 50er-Jahre erlitten. Die überraschend schwachen Zahlen zerstören die Hoffnung auf eine rasche Erholung von den Spätfolgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

"Wir haben es mit einer wirklich beachtlichen Rezession zu tun", sagt George Buckley. Der Volkswirt bei der Deutschen Bank geht davon aus, dass die britische Wirtschaft mit den Zahlen zum zweiten Quartal das Schlimmste überstanden hat, fürchtet aber, dass die Erholung nur sehr schleppend verlaufen wird. "Es besteht die Gefahr, dass das mittelfristige Wachstum in Großbritannien deutlich schwächer ausfallen wird, als wir es nach früheren Rezessionen gewohnt waren", warnt Buckley. "Es wird ein langer und harter Kampf werden, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen", konstatiert auch Vicky Redwood von Capital Economics.

Im zweiten Quartal 2009 brach die britische Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent ein. Das ist der schwächste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1955. Im für die Insel so wichtigen Dienstleistungssektor schrumpften die Geschäfte so stark wie noch nie seit Beginn der Statistik, ebenso im Baugewerbe. Im Vergleich zum ersten Quartal 2009 sank das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie von Volkswirten prognostiziert.

Seit Jahresbeginn ist die britische Wirtschaft damit um 5,7 Prozent geschrumpft. Die Labour-Regierung von Premierminister Gordon Brown geht für 2009 nach wie vor offiziell von einem Minus von lediglich rund 3,5 Prozent aus und erwartet für 2010 bereits ein Wachstum von bis zu 1,5 Prozent. "Es wäre ein Wunder, wenn sich die Prognosen der Regierung erfüllen würden", warnt Volkswirt Collin Ellis von Daiwa Securities. Die Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) fallen denn auch deutlich skeptischer aus. Der IWF sagt für Großbritannien in diesem Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent und für 2010 nur ein minimales Wachstum von 0,2 Prozent voraus.

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