Großbritannien
Wirtschaftsverband rechnet mit Zinserhöhungen

Der führende britische Wirtschaftsverband CBI schätzt, dass die britische Notenbank schon im Frühjahr die Leitzinsen erhöhen wird. Bis Ende 2010 könnten die Leitzinsen auf bis zu zwei Prozent steigen. Die Mehrheit der Londoner Bankvolkswirte glaubt dagegen, dass erst Ende des nächsten Jahres die ersten Leitzinsanhebungen anstehen.
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DÜSSELDORF. Die britische Notenbank wird nach Einschätzung des führenden Wirtschaftsverbandes CBI schon im Frühjahr beginnen, die Leitzinsen zu erhöhen. Von ihrem Tiefstand von derzeit 0,5 Prozent dürften sie schrittweise bis Ende 2010 auf zwei Prozent steigen, sagte der Verband gestern voraus. Für 2011 seien dann allerdings keine weiteren Zinserhöhungen zu erwarten. Das begründet der CBI mit einer langsamen Erholung der Wirtschaft, die noch auf längere Sicht eine gewisse geldpolitische Unterstützung benötigen werde.

Der CBI befindet sich damit im deutlichen Gegensatz zur Mehrheit der Londoner Bankvolkswirte, die erst Ende 2010 die ersten Leitzinsanhebungen erwarten.

Die britische Wirtschaftsleistung sieht der CBI nach einem Minus von 4,5 Prozent im laufenden Jahr um 1,2 Prozent 2010 und 2,5 Prozent 2011 wachsen. Dazu wird seiner Einschätzung nach wesentlich der Außenhandel beitragen: Die Exporte werden laut CBI in den kommenden beiden Jahren um 1,9 sowie 5,3 Prozent steigen. Dadurch werde sich das Leistungsbilanzdefizit auf unter ein Prozent der Wirtschaftsleistung verringern.

Schwach wird hingegen nach Einschätzung des Verbandes im kommenden Jahr der private Konsum bleiben. Die Haushalte müssten sparen und ihre Verschuldung reduzieren. 2011 werde dann der Staat beginnen, seine Ausgaben zurückzufahren. Alles in allem werde der Aufschwung deshalb auf längere Sicht blutleer bleiben.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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