Große Lücke zwischen Lagebeurteilung und Erwartungen
Aufschwung steht vor der Tür

Die deutsche Wirtschaft setzt immer stärker auf eine Konjunktur-Erholung im nächsten Jahr. Das Ifo-Geschäftsklima verbesserte sich im Dezember den achten Monat in Folge, der Ifo-Index erreichte ein Niveau wie seit Anfang 2001 nicht mehr.

HB MÜNCHEN. Der konjunkturelle Erholungsprozess verfestige sich, sagte Ifo-Chef Hans- Werner Sinn am Donnerstag in München. Auch die bislang noch zurückhängenden Sektoren würden nun sukzessive vom Aufschwung erfasst. Selbst im krisengeschüttelten Bauhauptgewerbe hellte sich die Stimmung auf.

Der Teilindex der Erwartungen stieg auf 111,0 von 108,7 Punkten und damit den höchsten Stand seit mehr als neun Jahren. Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich dagegen nur leicht auf 83,3 von 83,2 Punkten. Sinn zufolge verbesserte sich aber die Lageeinschätzung überall bis auf den Einzelhandel. Bemerkenswert sei, dass nun auch das Bauhauptgewerbe anziehe. „Auch die bislang zurückhängenden Sektoren werden nun sukzessive vom Aufschwung erfasst“, erklärte Sinn. In Ostdeutschland verschlechterte sich das Geschäftsklima dagegen auf 104,6 von 105,2 Punkten im Vormonat.

Da auch Indikatoren wie der Reuters-Einkaufsmanagerindex zuletzt ebenfalls eine Verbesserung der Konjunktur in Deutschland signalisiert haben, gehen Volkswirte davon aus, dass die Wirtschaft nun langsam in Fahrt kommt. „Wir denken schon, dass die deutsche Wirtschaft 2004 auch mit mehr als zwei Prozent wachsen könnte“, sagte Gerd Haßel von der ING BHF-Bank.

Die große Lücke zwischen Lagebeurteilung und Erwartungen werteten die Analysten als nicht dramatisch. „Von einer Erwartungsblase würde ich nicht sprechen“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Klaus Schrüfer von der SEB kommentierte: „Da zeigt sich, dass bei den Unternehmen noch viel Skepsis herrscht.“ Die Euphorie bei den Erwartungen sei überzogen.

Der starke Euro konnte die Erwartungen der Unternehmen offensichtlich noch nicht nachhaltig dämpfen. „Der Einfluss des starken Euro ist zwiespältig - einerseits wird es für Exportunternehmen schwieriger, Kunden zu finden, (...) andererseits sinken die Importpreise und die Haushalte gewinnen an Kaufkraft“, sagte Sinn dem Sender CNBC.

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