Gut für den Konsum
Umfrage: Deutsche sehen Wirtschaftsentwicklung rosig

Die große Mehrheit der Deutschen glaubt, dass der Aufschwung noch länger anhält. Die Globalisierung sehen sie hingegen skeptisch, genau wie die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings: Zwei Drittel befürworten eine Lockerung des Kündigungsschutzes, wenn dadurch neue Jobs entstehen.

FRANKFURT. Fast zwei Drittel der Bundesbürger rechnen damit, dass der wirtschaftliche Aufschwung noch längere Zeit anhält. Dies ergab eine repräsentative Umfrage, des Ipos-Instituts Mannheim im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken. Gut ein Drittel beantwortete die entsprechende Frage mit Nein. Dass sich dadurch die Lage auf dem Arbeitsmarkt in nächster Zeit verbessern wird, erwarten allerdings nur gut ein Drittel der 1031 Befragten. Zehn Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, gut die Hälfte erwartet keine wesentliche Veränderung in die eine oder andere Richtung.

Den Konjunkturoptimismus wertet der Bankenverband als eine wichtige Grundlage für die weitere Belebung des privaten Konsums. Allerdings warnt Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Verbands vor zu hohen Erwartungen: „Der nächste Abschwung im Konjunkturzyklus kommt gewiss. Um für diesen gerüstet zu sein, muss die Zeit bis dahin für notwendige Reformen genutzt werden.“

Während allerdings der Bankenverband die diskutierte Einführung von Mindestlöhnen für eine Reform in die falsche Richtung hält, sehen viele Bürger das anders: Nur 29 Prozent erwarten von einer solchen Maßnahme einen Arbeitsplatzverlust, während mit 21 Prozent fast so viele einen Arbeitsplatzgewinn erwarten würden und 41 Prozent keine Auswirkungen auf die Beschäftigung sehen.

Bei der Einschätzung einer Lockerung des Kündigungsschutzes liegt die Mehrheit auf einer Linie mit dem Verband. Gut zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass die Unternehmen mehr Arbeitskräfte einstellten, wenn sie diese auch leichter wieder entlassen könnten. Die Gegenmeinung vertraten nur 27 Prozent.

Zusätzliche Steuereinnahmen sollten nach Meinung der Bürger vor allem für Steuersenkung und Schuldenabbau (je 42 Prozent) verwendet werden. Für zusätzliche Ausgaben plädierten nur 14 Prozent.

Gar nicht gut kommt die Globalisierung weg. 39 Prozent der Befragten meinen, dadurch gingen Deutschland netto Arbeitsplätze verloren, die Gegenmeinung wird nur von 29 Prozent vertreten. „Den meisten Deutschen scheint nicht bewusst zu sein, dass gerade der Exportweltmeister Deutschland vom globalen Handel profitiert und rund jeder dritte Arbeitsplatz in Deutschland direkt oder indirekt vom Export abhängt", kommentierte dies Verbandschef Weber.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
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