Gutachten
Ökonomen sehen Entscheidung zur Gemeinschaftsdiagnose gelassen

Führende Ökonomen sehen die Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums, welche Wirtschaftsforschungsinstitute künftig die halbjährliche Gemeinschaftsdiagnose vorlegen sollen, gelassen. „Das ist Tagesgeschäft, mal gewinnt man, mal verliert man“, sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Wolfgang Franz, dem Handelsblatt. „Das müssen die alles in Berlin entscheiden
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doh DÜSSELDORF. Das Ministerium hatte am Montag entschieden: Künftig werden das Münchener Ifo-Institut mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich dabei sein, das Institut für Weltwirtschaft aus Kiel, das Institut für Wirtschaftsforschung Halle mit dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (Düsseldorf) und dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung sowie das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung mit dem Institut für Höhere Studien.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), das sich gemeinsam mit dem Mannheimer ZEW beworben hatte, erhielt ebenso keinen Zuschlag wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Daraufhin hatte DIW-Präsident Klaus Zimmermann eine Pressemitteilung veröffentlichen lassen, in der es heißt: „Linkskeynesianische Kampagne beeinflusst das BMWi bei der Vergabe der Gemeinschaftsdiagnose“.

Andere Institutsleiter bleiben gelassen: „Nachdem nun so viele Institute dabei sind, weiß ich gar nicht, ob wir da mitgemacht hätten“, sagte Franz, der auch dem Sachverständigenrat angehört. "Es wird mühsam und unbefriedigend, ein so breites Spektrum an Meinungen mit einer Stimme sprechen zu lassen." Dass nun acht statt bislang fünf Institute an dem Gutachten schreiben, ärgert zwar auch IW-Direktor Michael Hüther - "weil man uns klar signalisiert hatte, dass eine alleinige Bewerbung erfolgsversprechender sein würde". Insgesamt sieht auch er die Entscheidung aber entspannt: "Wenn man an einem Wettbewerb teilnimmt, kann man eben auch nicht Erfolg haben", sagte er dem Handelsblatt.

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