Gute Basis für weitere Wirtschaftserholung
Außenhandel beflügelt BIP-Wachstum

Ein kräftiger Impuls vom Außenhandel hat das deutsche Wirtschaftswachstum im ersten Quartal etwas stärker als erwartet beschleunigt. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent zugelegt, erklärte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden.

HB BERLIN. Dieser Start ins laufende Jahr legt nach Einschätzung von Analysten zusammen mit dem hochrevidierten Wachstum zum Ende 2003 eine gute Basis für die weitere Wirtschaftserholung. „Wir können jetzt von einem stärkeren Wachstum als von vielen erwartet ausgehen“, sagte Gerd Haßel von der ING BHF-Bank. „Wir setzen auf bis zu zwei Prozent Wachstum im Gesamtjahr.“ Während bislang nur der Außenhandel das Wachstum getragen habe, dürften nun im Frühjahr ein stärkerer Konsum und anziehende Investitionen dazu kommen.

Analysten hatten im Schnitt nur mit einem BIP-Plus zum Vorquartal um 0,3 Prozent gerechnet. Ralph Solveen von der Commerzbank verwies darauf, dass der Anstieg zum Vorquartal sogar fast auf 0,5 Prozent hätte aufgerundet werden können. „Unsere Zwei-Prozent-Prognose steht jetzt bombenfest“, sagte der Volkswirt. Die meisten Ökonomen waren zuletzt wie auch die Bundesregierung nur noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent im Gesamtjahr ausgegangen.

Zum Vorjahresquartal stieg die deutsche Wirtschaftsleistung den Statistikern zufolge um real 1,5 Prozent. Unter Herausrechnen des zusätzlichen Arbeitstags im ersten Vierteljahr 2004 wäre das BIP um fast ein Prozent zum Vorjahresquartal gestiegen. „Die Belebung der Wirtschaft im ersten Quartal 2004 im Vergleich zum Vorquartal war gekennzeichnet durch einen relativ starken Anstieg des Exportüberschusses, da die Exporte nahezu doppelt so stark zunahmen wie die Importe“, erklärten die Statistiker. Die Inlandsnachfrage sei dagegen gesunken. Details zum BIP wird das Bundesamt am 25. Mai veröffentlichen.

Nicht alle Experten werteten den überraschend hohen BIP-Anstieg als Zeichen für ein anziehendes Wachstum. „Der klassische Konjunkturzyklus von früher mit zunächst steigenden Exporten, zunehmenden Investitionen und dann mehr Beschäftigung ist mausetot“, sagte Andreas Rees von der HypoVereinsbank. „Die Ursache ist, dass das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik fehlt.“ Die HypoVereinsbank gehe weiter nur von einem Wachstum von 0,9 Prozent in diesem Jahr aus, auch wenn das hochrevidierte Schlussquartal die Ausgangsbasis erhöhe.

Den BIP-Zuwachs im vierten Quartal 2003 revidierte das Statistikamt auf 0,3 von bisher 0,2 Prozent im Quartalsvergleich. Den Vorjahresvergleich beließ das Amt bei einem Anstieg von 0,2 Prozent. Auch den Rückgang der Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr 2003 bezifferte das Amt wie bisher gemeldet auf 0,1 Prozent.

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