Gute Konjunktur
Roland-Berger-Chef lobt Standort Deutschland

Der Chef der Unternehmensberatung Roland Berger, Burkhard Schwenker, hat die Qualität des Standorts Deutschland gelobt. Gleichzeitig stellte er der großen Koalition ein gutes Zeugnis aus, forderte aber weitere Reformen.

HB BERLIN. „Das vergangene Jahr unter der großen Koalition hat sicher dazu beigetragen, das Selbstvertrauen hierzulande wieder zu stärken. Die gute Konjunktur macht die Menschen optimistischer und verbessert einzelne Rahmenbedingungen“, sagte Schwenker dem Handelsblatt.

Ein großer Fortschritt sei, dass heute der Standort nicht mehr tot geredet werde. „Vor drei, vier Jahren war noch die Rede von Deutschland auf der Intensivstation.“ Um Wachstum zu erreichen, brauche man aber Selbstbewusstsein. „Wie soll sich das entwickeln, wenn alles schlecht geredet wird?“

Schwenker widersprach dem Eindruck, dass viele Firmen ins Ausland strebten. „Es gibt viele Menschen, die aus gutem Grund gerne in Deutschland leben. Ich übrigens auch. Deutschland hat eine hohe Lebensqualität.“ Die könne man etwa an unserem entwickelten Handwerk ablesen, am funktionierenden Nahverkehr und dem guten Preis-Leistungsverhältnis in vielen Bereichen. All das seien „handfeste Standortvorteile“.

Zugleich forderte Schwenker aber weitere Reformen. „Viele Länder haben aufgeholt.“ In kleineren mittel- und osteuropäischen Ländern lernten heute sehr viele Menschen Fremdsprachen, auch deutsch und englisch. „Und Sie finden dort mehr Ingenieure, noch dazu gut ausgebildete, als bei uns. Daraus entstehen uns Wettbewerbsnachteile.“ Der Roland-Berger-Chef kritisierte, dass in Deutschland „ohne Not“ Standortvorteile aufgegeben würden. „Ich halte es zum Beispiel für einen Fehler, Bachelor und Master einzuführen. Das deutsche Diplom war eine echte Stärke unseres Hochschulsystems. Es aufzugeben ist ein Fehler.“

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