Gute Konjunkturdaten: US-Wirtschaft kommt wieder in Schwung

Gute Konjunkturdaten
US-Wirtschaft kommt wieder in Schwung

Einkommen und Konsumausgaben in den USA ziehen an: Das Handelsministerium hat das Wachstum für das Jahresende 2012 um 0,4 Prozent nach oben revidiert. Im ersten Quartal soll es ein Plus von weiteren 3,5 Prozent geben.
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WashingtonDie US-Wirtschaft gewinnt wieder an Fahrt. Neue Daten deuten auf eine deutliche Beschleunigung des Wachstums im ersten Quartal hin. Wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte, zogen die Konsumausgaben im Februar um 0,7 Prozent an. Das war etwas stärker als erwartet. Hinter dem Anstieg stehen nicht nur höhere Benzinkosten. Die Amerikaner kauften auch wieder verstärkt Autos sowie andere langlebige Güter ein und gaben mehr für Dienstleistungen aus.

Sie hatten dafür auch mehr Geld zur Verfügung. Die persönlichen Einkommen legten um 1,1 Prozent zu. "Beide Zahlen passen zur anhaltenden Erholung der US-Wirtschaft", sagte Kathy Lien von BK Asset Management in New York.

Die Amerikaner trotzen den automatischen Ausgabenkürzungen der Regierung und setzen auf eine allmähliche Besserung des Arbeitsmarktes. Das Verbrauchervertrauen kletterte im März auf 78,6 Punkte von 77,6 im Vormonat, wie endgültige Daten von Thomson Reuters und der Universität von Michigan zeigen. Der Wert liegt deutlich sowohl über der vorläufigen Schätzung (71,8) als auch der Analystenprognose (72,5).

Der Konsum macht in den Vereinigten Staaten rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Diese dürfte im ablaufenden Vierteljahr deutlich hochgeschossen sein. Ökonomen rechnen mit einer Jahresrate von bis zu 3,2 Prozent. Die Industriestaaten-Organisation OECD sagt sogar mit Plus von 3,5 Prozent voraus. "Die lockere Geldpolitik scheint auf die Realwirtschaft durchzuschlagen, während der private Konsum an Schwung gewinnt", hieß es.

Die US-Notenbank (Fed) will ihren Leitzins nahe null Prozent halten, solange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent verharrt - vorausgesetzt, es droht keine Inflationsgefahr. Zum Vergleich: Für Deutschland erwarten die OECD-Experten nur ein Wachstum von 2,3 Prozent.

Im Schlussquartal 2012 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA etwas schneller als bislang angenommen. Das Handelsministerium korrigierte den Anstieg am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen auf 0,4 von bislang 0,1 Prozent nach oben.

Das ist trotzdem der kleinste Zuwachs seit Anfang 2011. Grund für die Flaute am Jahresende waren geringere Rüstungsausgaben. Denn die unter Sparzwang stehende Regierung strich diese um etwa ein Fünftel zusammen. Wegen der Schuldenkrise in Europa fielen zudem die Exporte um 2,8 Prozent. Im dritten Quartal war die weltgrößte Volkswirtschaft noch mit einer Jahresrate von 3,1 Prozent gewachsen.

Die konjunkturelle Belebung bleibt nicht ohne Rückschläge. Der Einkaufsmanager-Index für die wichtige Industrieregion Chicago fiel im März überraschend um 4,4 auf 52,4 Punkte. Die Aufträge der Unternehmen wuchsen langsamer, weshalb sie auch ihre Mitarbeiterzahl nicht mehr so kräftig aufstocken wollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zum Vergleich: In den USA schrumpft die Bevölkerung auch nicht wie in Deutschland. In den USA muss es ein gewisses Wachstum und eine gewisse Zahl von neuen Jobs geben nur um das Bevölkerungswachstum "auszugleichen", während in Deutschland die Einwohnerzahl sinkt, jedoch besonders die Zahl der Erwerbsfähigen und Kinder/Jugendlichen.

    Nur Japan ist als bedeutender Staat noch schlimmer was das Alter im Durchschnitt angeht, sowie die Fertilität (Kinder pro Frau). Ohne Einwanderung ist das für Deutschland ein echter Alptraum. Während in den USA mit über 2 Millionen neuen Bürgern alleine 2013 zu rechnen ist.

    Die US-Arbeitslosenquote ist eh so eine Sache... wer gerade keinen Job sucht trotz Arbeitslosigkeit (weil er z.b. erfolglos war und keine Lust mehr hat), der zählt auch nicht als "arbeitslos". Daher erhöhte sich die Zahl derer die Jobs suchen vor einem halben Jahr oder so als bereits den 3. Monat in Folge eine vernünftige Zahl von Arbeitsplätzen geschaffen wurde.

    Wenn seit 2007 in der Krise aber 8 Millionen Jobs verloren gingen als Beispiel, so braucht man mind. 10 Millionen neue Jobs bis 2014 um oben genantes Wachstum auszugleichen.

    Keiner mag sie, kaum jemand will sie, aber sie senken die Kosten für vieles: Einwanderer.

    Sie schuften zum Teil für Hungerlöhne bzw. als illegale, weshalb sie natürlich bei den meisten Amis unbeliebt sind, aber ihre günstig Arbeitskraft ermöglicht es bei einigen Projekten so günstig zu sein. Dennoch hoffe ich das beste für die USA. Wir hängen mit an der US-Infusion und China noch früher als eh schon als "Weltmacht" zu haben... nein Danke.

  • irgentwie ist der beitrag hier falsch gelandet :/ war eigentlich eine antwort und kein neuer beitrag...

  • danke hardie, genau den artikel aus der süddeutschen hatte ich eben auch dazu offen ;)

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