Gute Stimmung
US-Verbrauchervertrauen hellt sich kräftig auf

Das Konsumklima in den USA hat sich im August unerwartet deutlich aufgehellt. Und noch ein gutes Zeichen: Die Preise für Wohnimmobilien in ausgewählten US-Großräumen sind bereits den zweiten Monat in Folge gestiegen.
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HB NEW YORK. Die amerikanischen Verbraucher sind wieder zuversichtlicher: Der Index für die Verbraucherzuversicht stieg von 47,4 Punkten im Juli auf 54,1 Punkte im August. Dies teilte das Conference Board, ein Institut der Privatwirtschaft, am Dienstag in New York mit. Die Aufhellung der Stimmung wird von Experten mit den vergleichsweise positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt begründet. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 9,4 Prozent, obwohl zunächst mit mehr Arbeitslosen gerechnet worden war.

Die meisten Ökonomen an der Wall Street hatten nach Angaben der Fachagentur Bloomberg nicht mit einem so deutlichen Anstieg des Verbrauchervertrauens gerechnet. Sie hatten lediglich 47,5 Punkte vorausgesagt. Der Juli-Wert wurde vom Conference Board, das jeden Monat 5000 Haushalte befragt, von 46,6 nach oben revidiert. Im Juni und Juli war der Index im Vergleich zum Vormonat jeweils gesunken. Im Februar war die Verbraucherstimmung als Folge der schwersten Wirtschaft- und Finanzkrise seit Jahrzehnten auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1967 gefallen.

„Das Verbrauchervertrauen, das Monat für Monat zurückgegangen war, scheint sich zu erholen“, sagte die Direktorin des Conference Boards, Lynn Franco. Der Index für die Wirtschaftserwartungen sei auf dem höchsten Stand seit Dezember 2007. Leicht abgenommen hat demnach die Zahl derjenigen, die die derzeitige Wirtschaftslage als schlecht beurteilen: Sie sank von 46,5 Prozent auf 45,5 Prozent.

Die Preise für Wohnimmobilien in ausgewählten US-Großräumen stiegen im Juni. Einfamilienhäuser in den 20 größten Städten kosteten 1,4 Prozent mehr als im Mai, wie aus dem Index von Standard & Poor's hervorgeht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Binnen Jahresfrist fielen die Preise um 15,4 Prozent und damit ebenfalls deutlich weniger stark als erwartet. Seit dem Höhepunkt des US-Immobilienbooms 2006 haben sich Wohnimmobilien in den 20 Großräumen um 45,3 Prozent verbilligt.

Im zweiten Quartal verteuerten sich Wohnimmobilien um 2,9 Prozent verglichen mit dem Jahresauftakt, wie Standard & Poor's zu einem landesweiten Index mitteilte. Das ist der erste derartige Anstieg seit drei Jahren. Binnen Jahresfrist lag das Minus allerdings immer noch bei 14,9 Prozent. Das Platzen der Blase am US-Wohnimmobilienmarkt gilt als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanzkrise.

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