Gutes Konsumklima
Die Deutschen gehen wieder shoppen

Sparen war gestern: Die Deutschen sind in Shoppinglaune und das kommt dem Konsumklima zugute. Das Einkaufs-Barometer klettert auf den höchsten Stand seit 2007. Doch die Gründe sind nicht nur beruhigend.
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BerlinDie Deutschen sparen so wenig wie noch nie und sind in Kauflaune wie seit Jahren nicht mehr. Die Sparneigung fiel im April auf einen historischen Tiefstand, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag zu ihrer monatliche Verbraucherumfrage mit. "Die Zwangsabgabe in Zypern hat somit auch die bundesdeutschen Sparer in ihrem Vertrauen in die Sicherheit ihrer Einlagen erschüttert", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Dort wurden Kunden der größten Banken mit einem Guthaben ab 100.000 Euro mit einer Zwangsabgabe belegt, um eine Staatspleite zu verhindern.

Vor diesem Hintergrund legte die Bereitschaft der Deutschen zu größeren Anschaffungen zu. Da sie auch die Einkommenserwartungen nach oben schraubten, kletterte das für Mai berechnete Konsumklimabarometer von 6,0 auf 6,2 Punkte - das ist der höchste Stand seit Oktober 2007. "Die Verunsicherung gegenüber den Finanzmärkten stimuliert die Konsumenten, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen zu investieren anstatt sie zur Bank zu tragen", sagte Bürkl. "Zumal die zur Zeit historisch niedrigen Zinsen nicht einmal die Inflation kompensieren."

Beflügelt wird die Kauflaune auch vom stabilen Arbeitsmarkt und der Aussicht auf höhere Reallöhne. Die in diesem Jahr bereits vereinbarten Tarifabschlüsse deuteten auf reale Einkommenszuwächse für viele Beschäftigten hin, sagte Bürkl. "Derzeit bewegen sich die tariflichen Zuwächse in einer Größenordnung von etwa drei Prozent." Die Inflationsrate dürfte unter zwei Prozent bleiben.

Die Konjunkturaussichten bewerteten die Verbraucher dagegen schlechter. Dieser Indikator rutschte in den negativen Bereich und liegt damit unter seinem langjährigen Durchschnitt. "Die Nachrichten, dass der Euroraum auch in diesem Jahr in der Rezession verharren wird, bremsen auch den Konjunkturoptimismus der Deutschen", sagte GfK-Experte Bürkl. "Offenbar gewinnen die Konsumenten zunehmend den Eindruck, dass die für dieses Jahr vorhergesagte moderate Erholung der deutschen Wirtschaft eher schleppend verlaufen wird oder sich sogar gar nicht abzeichnet." So hatte sich mit dem Ifo-Index der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur zuletzt zweimal in Folge eingetrübt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gutes Konsumklima: Die Deutschen gehen wieder shoppen"

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  • Die Propagandamaschine läuft ja auf Hochtouren. Nicht die Konsumlaune steigt, sondern die Angst um das hart erarbeitete Geld, sprich den Euro. Die Überschrift müsste heißen: "Angst um den Euro feuert die Konsumlaune an". Gern würde ich wissen, welche der Parteien im Bundestag (auch mittlerweile Volkskammer genannt)diesen Artikel in Auftrag gegeben haben. Oder kam die Anweisung direkt von Mutti (ZK)? Im September werden die jetzt im Bundestag vertretenen Parteien für den Ausverkauf Deutschlands ihre Quittung erhalten. Ich hoffe auf die AFD.

  • @RMG

    Die Verunsicherung gegenüber den Finanzmärkten stimuliert die Konsumenten, ihre finanziellen Mittel in werthaltige Anschaffungen zu investieren anstatt sie zur Bank zu tragen", sagte Bürkl. "Zumal die zur Zeit historisch niedrigen Zinsen nicht einmal die Inflation kompensieren."

    Es geht bei diesen Investitionen nicht um Schickimiki, der 10 Minuten nach Kauf 90% seines Wertes veloren hat, sondern um langlebige Güter. Betongold, Wald oder Land
    , Gold

    Schönen Tag noch.

  • Einzelhandelsumsatz zu Preisen 2010 im Juni 2008 = 100,8 und im März 2013 = 101,3 ( Bundesbank Konjunkturindikatoren)
    Flach wie ein Brett !
    Wo habt ihr den Unsinn bloss immer her !

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