Halbjahresbericht
Japans Wirtschaftsaussichten „höchst unsicher“

Die japanische Notenbank hat den Leitzins bei 0,5 Prozent belassen und ist damit von ihrem Zinserhöhungskurs abgerückt. Die Aussichten für die Wirtschaft bewertete sie als „höchst unsicher“. Die instabile Lage auf den globalen Finanzmärkten in Folge der US-Kreditkrise sowie die steigenden Energie- und Materialpreise stellten für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt Risiken dar, heißt es.

HB TOKIO. Für das bis 31. März 2009 laufende Fiskaljahr revidierte die BoJ in ihrem Halbjahresbericht ihre Wachstumsprognose von 2,1 auf 1,5 Prozent.

Japans Industrieproduktion war im März angesichts des Wirtschaftsabschwungs in den USA unerwartet stark gesunken. Wie die Regierung bekanntgab, drosselte die Industrie die Produktion um 3,1 Prozent zum Vormonat und damit so deutlich wie seit gut fünf Jahren nicht mehr. Analysten hatten bei weitem nicht mit so einem starken Rückgang gerechnet. Es wird denn auch erwartet, dass die Zentralbank die Zinsen vorerst nicht anhebt. Angesichts der Risiken für die Wirtschaft sei es nicht angemessen, sich auf eine zukünftige geldpolitische Richtung festzulegen, heißt es in dem BoJ-Bericht

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Die Produktionsdaten bestätigen die Einschätzung der Regierung, dass die Wirtschaft des Landes angesichts einer befürchteten Rezession in den USA an Schub verloren hat. Im Februar war Japans Industrieproduktion noch um revidiert 1,6 Prozent gestiegen. Nach Einschätzung der Zentralbank wird die Wirtschaft des Landes ihr „moderates“ Wachstum voraussichtlich in der Größenordnung ihrer potenziellen Wachstumsrate fortsetzen. Diese liege derzeit bei etwa 1,5 Prozent „oder etwas höher“. Für das kommende Fiskaljahr 2009/2010 (31. März) rechnet die Notenbank mit einem Wachstum von 1,7 Prozent.

Die Industrie erwartet derweil einen weiteren Produktionsrückgang im April um 0,3 Prozent, gefolgt von einem Anstieg im Mai von voraussichtlich 3,4 Prozent. Die Arbeitslosenrate sank im März auf 3,8 Prozent nach 3,9 Prozent im Februar. Allerdings ging die Zahl der offenen Stellen zurück: Auf 100 Jobsuchende kamen nur noch 95 offene Stellen, so wenige wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitsuchenden gilt unter Ökonomen als besserer Indikator für die Arbeitsmarktaussichten als die Arbeitslosenrate.

Bezogen auf das am 31. März abgelaufene Geschäftsjahr 2007/2008 verringerte sich die Arbeitslosenrate im Durchschnitt auf 3,8 Prozent verglichen mit 4,1 Prozent im vorherigen Fiskaljahr. Das sei der niedrigste Stand seit zehn Jahren, wie die Regierung mitteilte. Die durchschnittlichen Monatsausgaben der japanischen Haushalte sanken im Berichtsmonat um real 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 312 565 Yen (rund 1900 Euro), hieß es weiter. Das monatliche Einkommen von Angestelltenhaushalten stieg indes um 0,6 Prozent auf im Schnitt 453 482 Yen. Die Ausgaben der Privathaushalte machen in Japan rund 55 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus.

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