Handel
Japans Exporte brechen weiter drastisch ein

Es ist bereits der 13. Monat in Folge mit einem Rückgang der Ausfuhren: Die japanischen Exporte sind im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 23 Prozent eingebrochen. Doch der Trend stimmt optimistisch.
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HB TOKIO. Allein von September bis Oktober stiegen die Ausfuhren bereinigt um Preisveränderungen um 3,3 Prozent, wie aus Daten der japanischen Notenbank vom Mittwoch hervorgeht. Damit wird der Rückstand zum Vorjahr allerdings lediglich zum Teil ausgeglichen: Im Oktober wurden nach Daten des Finanzministeriums immer noch 23,2 Prozent weniger Güter ins Ausland verkauft als vor zwölf Monaten. Dennoch hat sich die Lage deutlich entschärft: Noch im August lag der Rückstand bei fast einem Drittel, zu Jahresbeginn war es zeitweise annähernd die Hälfte.

Die Erholung der japanischen Ausfuhren gewinnt damit dennoch dank der hohen Nachfrage aus anderen asiatischen Staaten an Fahrt. Dabei profitiert die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nach Einschätzung von Experten nicht nur von der kräftigen Konjunkturbelebung in China. Auch in anderen wichtigen Exportmärkten, wie etwa den USA, steigt die Nachfrage wieder. Damit wachsen die Hoffnungen, dass die Belebung des Außenhandels Japan im kommenden Jahr vor einem Rückfall in die Rezession bewahren wird.

Beliebt seien vor allem Autos und Elektrogeräte, Kunden in China kauften zudem vermehrt Stahl und andere Vorprodukte, sagte Tatsushi Shikano von Mitsubishi UFJ Securities. „Die Erholung in Japan wird auch weiterhin von der Erholung der Exporte getrieben, das macht neuerliche Minus-Quartale unwahrscheinlich, wie sie von manchen befürchtet werden.“ Dabei sanken binnen Jahresfrist die Ausfuhren nach Asien, die mehr als die Hälfte der gesamten japanischen Exporte ausmachen, mit 15 Prozent so gering wie seit einem Jahr nicht mehr. In die USA verkauften japanische Firmen über ein Viertel weniger, auch hier ließ der Rückgang aber verglichen mit den Vormonaten nach.

Zunehmend gewinnt die Erholung auch an Breite: So belebte sich auch das Geschäft mit Produkten, die üblicherweise erst später in einem Aufschwung gekauft werden, wie Maschinen. Die anziehenden Exporte hatten die japanische Wirtschaft im Sommerquartal beflügelt, das Wachstum lag bei 1,2 Prozent nach einem Plus von 0,7 Prozent im Vorquartal. Die Binnenwirtschaft ist dagegen nach wie vor schwach; der private Verbrauch in Japan leidet seit Jahren unter der alternden Bevölkerung. Das macht sich bei den Importen bemerkbar, die im Oktober um 35,6 Prozent binnen Jahresfrist einbrachen und kaum weniger stark als im Vormonat. Die Regierung hat bereits milliardenschwere Konjunkturpakte aufgelegt, um den Heimatmarkt zu stützen. Angesichts der massiven Verschuldung schwindet ihr Spielraum aber zunehmend, die Wirtschaft weiter anzukurbeln.

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