Handelsblatt Exklusiv
BDI-Chef warnt vor Preisschock

Hans-Peter Keitel kritisiert die Atomdebatte als oberflächlich und warnt vor den Folgen überstürzter Entscheidungen.
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Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie warnt vor einem Preisschock für die deutsche Industrie. Hans-Peter Keitel verweist in einem Gastkommentar für das Handelsblatt (Dienstagsausgabe) auf eine Studie, nach der die Strompreise in einzelnen Branchen um mehr als 220 Prozent steigen könnten, wenn Deutschland bis zum Jahr 2017, wie von den Grünen gefordert, aus der Kernenergie aussteigt. "Wohl jeder von uns ist in den vergangenen Wochen viel nachdenklicher geworden. Aber wir brauchen eine ernsthafte Diskussion, mit Sorgfalt und Fakten", schreibt Keitel.

Er bezeichnet die Diskussion über die Energiepolitik als oberflächlich. Keitel fordert einen unideologischen Konsens über die Parteigrenzen hinweg, der dann aber auch "verlässlich für die kommenden Jahrzehnte" sein sollte. Der BDI-Chef verweist auf die Bedeutung der Industrie für den deutschen Arbeitsmarkte und betont, dass gerade energieintensive Betriebe häufig energiesparende Innovationen entwickelten.

Keitel verweist auch darauf, dass Deutschland bei einem kurzfristigen Ausstieg Atomstrom aus Nachbarländern beziehen müsste. Er setzt hinzu: "Das ist nicht nur ein Problem der Sicherheit, sondern bedeutet die stillschweigende Zumutung an unsere Nachbarn, dort für sich zu tolerieren, was man hier als unzumutbar bekämpft."

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