Handelsblatt-Exklusiv
RWI bekommt sehr gute Noten

Die Arbeit des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen wird von der Gutachterkommission der Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz (WGL) sehr positiv bewertet.

DÜSSELDORF. „Insgesamt hat sich das RWI zu einem dynamischen Forschungsinstitut entwickelt, das gute Chancen hat, in den nächsten Jahren in ausgewählten Forschungsfeldern und in der wissenschaftlichen Politikberatung mit hochwertigen Ergebnissen aufzuwarten, die auch international beachtet werden“, heißt es im WGL-Bewertungsbericht, der dem Handelsblatt vorliegt. Nach diesem positiven Urteil gilt die weitere Förderung des RWI, das zu den führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten gehört, durch die Bund-Länder-Kommission als sicher.

In der Essener Denkfabrik habe mit dem Amtsantritt des heutigen Präsidenten Christoph M. Schmidt im Herbst 2002 ein „Neubeginn“ eingesetzt, loben die Evaluatoren. „In bemerkenswert engagierter und konsequenter Weise leitete er den anstehenden inhaltlichen und institutionellen Umbruch ein“, heißt es im Bewertungsbericht. Schmidts Strategie, das Institut zur ersten Adresse der empirischen Wirtschaftsforschung zu machen, sei begrüßenswert. Die neue interne Struktur, die sich am Organisationsprinzip moderner Unternehmensberatungen orientiert, sei „dazu angelegt, die Leistungsfähigkeit des RWI deutlich zu verbessern. Hier sieht die Bewertungsgruppe gute bis sehr gute Ansätze.“ Positiv hervorgehoben wird zudem, dass fast jeder zweite Wissenschaftler (40%) nach dem Amtsantritt von Schmidt neu an das Institut gekommen ist. Mit der „Ruhr Graduate School“ zur Doktorandenausbildung habe das RWI zudem „ein Modell geschaffen, das in der Verbindung anspruchsvoller empirischer und theoretischer Wirtschaftsforschung ein vom Wissenschaftsrat festgestelltes Defizit in der Nachwuchsförderung füllt.“

Neben dem vielen Lob gab es aber aus Tadel. Hauptkritikpunkt der Gutachter-Kommission ist, dass sich das RWI zu viel vornehme. „Das Forschungsprogramm ist zu weit gespannt; es ist weder durch ausreichend inhaltliche Kompetenzen noch durch ausreichend kritische Masse an Forschungspersonal abgesichert.“ Das RWI offeriere 51 Forschungsprodukte, verfüge aber nur über 45 Forscher, von denen zehn international wettbewerbsfähig seien. „Das Institut muss diese Themenvielfalt (...) auf ausgewählte Forschungsfelder begrenzen und Prioritäten setzen“, empfehlen die Gutachter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%