Handelsblatt Exklusiv: Weidmann: Bundesbank wird nicht auf Forderungen verzichten

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Weidmann: Bundesbank wird nicht auf Forderungen verzichten

Die Schuldenkrise zwingt die Bundesbank zu Rückstellungen und drückt damit auf den Gewinn, sagt ihr Präsident Jens Weidmann im Handelsblatt-Interview. Einen Forderungsverzicht gegenüber Griechenland lehnt er vehement ab.

FrankfurtBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss sich in diesem Jahr auf eine niedrige Überweisung von der Bundesbank einstellen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kündigte im Interview des Handelsblatts (Mittwochausgabe) an, die Bundesbank werde durch die in Folge der Schuldenkrise gestiegenen Risiken höhere Rückstellungen bilden müssen. „Das wirkt sich entsprechend auf die Höhe des Bundesbankgewinns aus.“ Im vergangenen Jahr hatte sich der Gewinn wegen Rückstellungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro für mögliche Forderungsausfälle fast halbiert. Er betrug noch 2,2 Milliarden Euro.

„Es liegt auf der Hand, dass wir aufgrund der gestiegenen Risiken eher mehr Rückstellungen brauchen als weniger“, sagte Weidmann Zugleich erteilte der Bundesbank-Präsident einer Beteiligung der Notenbanken an einem freiwilligen Schuldenschnitt für Griechenland eine klare Absage. „Die Notenbanken dürfen das ihnen anvertraute Vermögen nicht verschenken.“ Er ergänzte: "Der entscheidende Punkt ist, dass es uns nicht erlaubt ist, auf Forderungen gegenüber einem Staat zu verzichten. Das wäre eine Form der monetären Staatsfinanzierung.“

Weidmann äußerte Zweifel an der Reformfähigkeit Griechenlands. „Das was jetzt entschieden wurde, ist ein wichtiger Schritt. Entscheidend ist am Ende aber die Umsetzung der Maßnahmen, und dafür braucht es eine Verwaltung, die die Maßnahmen umsetzt, und eine Bevölkerung, die sie trägt.“

Das komplette Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Handelsblatts.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Auslandskoordinatorin, Redakteurin Meinungsthemen
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