Aussichten aber immer noch deutlich besser als die für die deutsche Volkswirtschaft
Eurokonjunktur-Indikator: Aufschwung in der Euro-Zone stockt

Bis zur Jahresmitte wird die Konjunktur in der Euro-Zone nicht stärker in Schwung kommen. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikators im März.

DÜSSELDORF. Das Barometer signalisiert für das zweite Quartal ein Wachstum von 1,8 Prozent in gleitender Jahresrate nach 1,9 Prozent im ersten Jahresviertel. Damit spricht der Indikator aber immerhin dafür, dass der Start ins neue Jahr etwas besser war, als es im Februar den Anschein hatte. Damals hatte das Barometer für die ersten drei Monate ein Wachstum von 1,8 Prozent prognostiziert.

„Die Eurokonjunktur befindet sich damit derzeit auf einem zwar niedrigen, aber einigermaßen stabilen Wachstumspfad“, kommentiert Ulrich van Suntum, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Münster. Der Ökonom hat den Eurokonjunktur-Indikator für das Handelsblatt entwickelt und berechnet ihn jeden Monat neu.

Die Aussichten für die Euro-Zone sind immer noch deutlich besser als die für die deutsche Volkswirtschaft. Hier zu Lande dürfte sich das Wachstumstempo von 1,3 Prozent im ersten Quartal auf nur noch 1,0 Prozent im zweiten abschwächen, hatte der Handelsblatt-Frühindikator für Deutschland in der vergangenen Woche gezeigt.

>>Tabellen: Handelsblatt Eurokonjunktur-Indikator

Im Euro-Raum dagegen droht eine ähnliche Konjunkturdelle nicht – in den ersten beiden Quartalen dürfte die Wirtschaftsleistung mit ähnlichen Tempo wachsen wie Ende 2004. Für das vierte Quartal 2004 hatte der Indikator ein Plus von zwei Prozent prognostiziert, tatsächlich war das BIP um 1,8 Prozent gewachsen.

„Wie es nach der Jahresmitte weitergehen soll, steht indessen in den Sternen“, sagt van Suntum. Die Signale der bereits vorliegenden Konjunkturdaten seien widersprüchlich. So seien die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe zwar gestiegen, allerdings habe sich das noch nicht in steigenden Produktionszahlen niedergeschlagen. „Die Industrieproduktion dümpelt schon seit mehr als einem halben Jahr orientierungslos dahin und lag am Jahresende kaum höher als acht Monate zuvor“, sagt van Suntum.

Sorge bereitet ihm auch die Entwicklung der Verbraucher- und Unternehmerstimmun in der Euro-Zone, die in den Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator einfließen und sich zuletzt enttäuschend entwickelt haben. Das Industrievertrauen rutschte im Februar auf den tiefsten Stand seit einem Jahr, das Konsumentenvertrauen stagnierte das fünfte Mal in Folge auf einem niedrigem Level.

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