BIP-Anstieg
Die deutsche Wirtschaft wächst wieder

Ausgerechnet die krisengebeutelten deutschen Exporteure haben im Juni derart kraftvoll zugelegt, dass der Außenhandel das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal gestützt haben dürfte. Der Handelsblatt-Barclays-Indikator sagt einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Quartal vorher .
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FRANKFURT. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vier Quartale in Folge geschrumpft war, dürfte es im zweiten Vierteljahr stagnieren. Das sagt der Handelsblatt-Barclays-Indikator vorher, den die Bank monatlich für das Handelsblatt berechnet. Im dritten Quartal dürfte das BIP dem Indikator zufolge sogar zulegen: um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorqurtal.

Damit sind die Konjunkturexperten von Barclays Capital zurückhaltender als andere Bankvolkswirte. Nachdem Ende vergangener Woche bekanntgegeben wurde, dass die Auftragseingänge der Industrie im Juni markant gestiegen waren, revidierte etwa die Commerzbank ihre BIP-Prognose für das dritte Quartal auf 0,8 Prozent, Unicredit gar auf ein Prozent gehörig nach oben. Anders als die Barclays-Capital-Experten erwarten beide Häuser allerdings noch einen BIP-Rückgang im zweiten Quartal. Wie sich die Wirtschaft von April bis Juni tatsächlich entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt am Donnerstag bekannt.

„Obwohl sich der Ausblick für das zweite Halbjahr dank der Exporte gewiss deutlich verbessert hat, gibt es neben des Aufwärts- auch Abwärtsrisiken“, sagt Barclays-Capital-Volkswirt James Ashley. Zum einen rechnet er mit erneuten Rückschlägen für den Bausektor, zum anderen dürfte der Zuwachs des privaten Konsums schwächer ausfallen als im zweiten Quartal. „Zudem gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Autozulassungen und Einzelhandelsdaten im dritten Quartal negativ ausfallen“, sagt Ashley.

Die deutschen Exporteure dagegen haben sich im Sommer mit einem Paukenschlag zurückgemeldet. Die Ausfuhren stiegen im Juni um sieben Prozent gegenüber dem Vormonat und damit so kräftig wie seit September 2006 nicht, meldete das Statistische Bundesamt am Freitag. Auch die Einfuhren legten mit 6,8 Prozent stark zu.

Das Gros der Volkswirte war über den gewaltigen Anstieg verblüfft; sie hatten im Konsens lediglich einen Zuwachs um knapp ein Prozent erwartet. Wie tief die Exportwirtschaft allerdings zuvor gefallen war, zeigt der Vorjahresvergleich: Die Ausfuhren waren um 22,3 Prozent, die Einfuhren um 17,2 Prozent niedriger als im Juni 2008.

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