Deutsche Wirtschaft überwindet Stagnation
Ab dem Jahreswechsel geht es aufwärts

Deutschland überwindet zum Jahreswechsel die seit drei Jahren andauernde Stagnation – dies ist die Botschaft des Handelsblatt-Frühindikators im Dezember. Das Barometer, das der deutschen Konjunktur etwa ein Vierteljahr voraus läuft, zeigt: Im Laufe des ersten Quartals 2004 dürfte sich das Wirtschaftswachstum langsam, aber stetig beschleunigen. „Der Weg aus dem konjunkturellen Jammertal scheint damit endlich geschafft“, kommentiert Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Universität Münster, der den Indikator konzipiert hat und ihn monatlich berechnet.

ost/HB DÜSSELDORF. Im Dezember ist der Handelsblatt- Frühindikator den vierten Monat in Folge gestiegen – im Herbst 2003 ist er damit nach drei Jahren Seitwärtsbewegung endlich wieder nach oben ausgebrochen. Mit 0,8 % liegt das Barometer inzwischen auf dem höchsten Stand seit Juni 2001. Hinzu kommt, dass der Aufwärtstrend nicht nur auf dem Prinzip Hoffnung basiert: Nicht nur die Stimmungsindikatoren, die in das Barometer einfließen, sind zuletzt gestiegen – auch die meisten „harten“ Daten haben sich verbessert: Sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch in der Bauwirtschaft füllen sich die Auftragsbücher wieder.

Gesamtdeutscher Frühindikator: >>Tabellen

Konjunkturbarometer Ost: >>Tabellen und Grafik

Allerdings schwebt eine mögliche weitere Euro-Aufwertung wie ein Damoklesschwert über der Export-Konjunktur. „Die Auslandsaufträge haben zuletzt kaum noch zugenommen, und bei einem schnell und stark weiter steigenden Euro-Kurs könnten sie leicht wieder kippen“, warnt van Suntum.

Und es gibt einen weiteren Wermutstropfen: Denn im Vergleich zu den vorangegangenen drei Monaten hat sich das Wachstumstempo im Dezember schon wieder merklich verlangsamt: Gegenüber dem von 0,6 % auf 0,7 % leicht nach oben korrigierten Vormonatswert legte das Barometer nur um 0,1 % zu – zwischen September und November betrugen die monatlichen Anstiege dagegen 0,3 bis 0,4 Prozentpunkten. „Der etwas verhaltenere Anstieg im Dezember zeigt, dass das Aufwärtspotenzial für die deutsche Wirtschaft vorerst noch beschränkt ist“, sagt van Suntum. Mehr als eine allmähliche Erholung sei nicht zu erwarten.

Im ersten Quartal 2004 wird das Wachstum in gleitender Jahresrate laut Indikator mit 0,6 % nur minimal höher sein als zwischen Januar und März 2003 – damals lag das Plus bei 0,5 %. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2003 kann sich dieses Wachstum aber sehen lassen. Im dritten Quartal war das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in gleitender Jahresrate noch um 0,1 % geschrumpft – diesen Wert hatte der Handelsblatt- Frühindikator im Vorfeld exakt vorhergesagt. Im vierten Quartal dürfte das Minus mit 0,2 % noch etwas größer ausfallen. Unter dem Strich ist das BIP laut Indikator damit 2003 im Jahresvergleich zum ersten Mal seit zehn Jahren geschrumpft – mit 0,2 % fällt das Minus aber moderater aus als im Rezessionsjahr 1993. Damals lag es bei 1,1 %.

Die Wirtschaft in den neuen Bundesländern hat die Konjunktur- Flaute bereits zum Jahresende überwunden und befindet sich schon jetzt wieder auf Wachstumskurs, zeigt das Handelsblatt-Ostbarometer. Der gleichlaufende Indikator für die Konjunktur in den neuen Ländern kletterte im Dezember zum vierten Mal in Folge und liegt nun bei 0,5 %.

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