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Erholung: Wirtschaftliche Talfahrt geht dem Ende zu

exklusiv Die Signale für ein Ende der monatelangen steilen Talfahrt der deutschen Wirtschaft werden immer deutlicher. Stimmungsindikatoren genauso wie realwirtschaftliche Daten deuten eine Erholung an, wie der Handelsblatt-Barclays-Indikator ergibt. Ähnlich optimistisch zeigten sich Bankenexperten, die EZB und die EU-Kommission.

Die Abwärtsdynamik in der deutschen Wirtschaft wird in diesen Wochen wohl zum Stillstand kommen, meint auch der Chef der Wirtschaftsweisen. Quelle: ap
Die Abwärtsdynamik in der deutschen Wirtschaft wird in diesen Wochen wohl zum Stillstand kommen, meint auch der Chef der Wirtschaftsweisen. Quelle: ap

FRANKFURT. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte demnach im laufenden zweiten Quartal erstmals wieder minimal zulegen, nachdem es in den vergangenen vier Quartalen in zum Teil bislang ungekanntem Ausmaß geschrumpft war. Das zeigt der Handelsblatt-Barclays-Indikator an. Das Barometer, das die britische Bank monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnet, sagt für das zweite Quartal einen immerhin marginalen BIP-Zuwachs um 0,1 Prozent vorher. Im ersten Vierteljahr dürfte die Wirtschaft dagegen noch um 3,3 Prozent geschrumpft sein; sie war damit weit stärker eingebrochen als im vierten Quartal mit minus 2,1 Prozent. Wie sich das BIP zu Jahresbeginn tatsächlich entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt am Freitag in einer Schnellschätzung bekannt.

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"Die Abwärtsdynamik wird in diesen Wochen zum Stillstand kommen und eine gewisse Bodenbildung erreicht", sagt der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Wolfgang Franz, dem Handelsblatt. Die hoffnungsvollen Signale der Unternehmensumfragen aus dem In- und Ausland fänden nun auch ihre erste Bestätigung in harten realwirtschaftlichen Daten. Erstmals seit einem halben Jahr verbuchte die hiesige Industrie im März wieder steigende Aufträge, hielt sich die Produktion immerhin auf dem Stand des Vormonats und stiegen die deutschen Warenexporte, verglichen mit Februar, wieder an. "Wir steuern mit kräftigen Schritten auf eine Stabilisierung hin", meint auch der Deutschland-Chefvolkswirt von Unicredit, Andreas Rees. Die Bodenbildung könne bereits im zweiten Quartal erreicht werden.

Für ein Ende der Talfahrt sprechen mehrere Argumente. "Leere Lager müssen wieder gefüllt werden", sagt der Chefvolkswirt des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Ralph Wiechers, dem Handelsblatt. Zudem greife nach einer langen Phase der Unsicherheit wieder Besonnenheit um sich. "Ob sich aus diesen ersten Signalen ein Trend herausbildet, müssen wir allerdings abwarten", fügt er hinzu. So könnten im April etwa die Auftragseingänge der Maschinenbauer wieder rückläufig gewesen sein, weil der Vorjahresmonat sehr stark war und Unternehmen aufgrund der Osterfeiertage weder Aufträge vergeben noch verbuchen konnten.

Neben niedrigen Ölpreisen und sinkenden Zinsen wirken offenbar auch die Konjunkturpakete in Teilen stabilisierend. Beispiel Abwrackprämie: Die Produktion von Kraftwagen und Kraftwagenteilen stieg im März um 15,4 Prozent, verglichen mit dem Vormonat - und damit so stark wie nie in der gesamtdeutschen Geschichte.

Profitieren dürfte der an Investitionsgütern reiche deutsche Industriesektor aus Sicht des Euro-Chefvolkswirt von Barclays Capital, Julian Callow, auch von dem weltweit zunehmenden Vertrauen der Industrie. Das steige vor allem in den USA und Asien. Zudem zeige sich eine zaghafte Stabilisierung der Häusermärkte in den USA und Großbritannien - zwei der wichtigsten Absatzmärkte für deutsche Exporteure.

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