Frühindikator April
Industrie stützt die Gesamtwirtschaft

Die deutsche Wirtschaft kommt im weiteren Jahresverlauf immer mehr in Schwung. Das signalisiert der Handelsblatt-Frühindikator im April. Seine erste, allerdings noch vorläufige Prognose für das dritte Quartal lautet 2,1 Prozent.

ari DÜSSELDORF. Damit überschreitet der Frühindikator zum ersten Mal seit Dezember 2000 wieder die Marke von zwei Prozent. Die Entwicklung der Einzelwerte, die in den Indikator einfließen, und die jüngste Umfrage unter Einkaufsmanagern zeigen, dass vor allem die gute Konjunktur in der Industrie die Gesamtwirtschaft stützt.

Die April-Vorhersage des Indikators deutet darauf hin, dass sich die Konjunkturdynamik nach der Jahresmitte weiter verstärken dürfte. Für das erste Quartal prognostiziert der Frühindikator in gleitender Jahresrate einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent, für das zweite Vierteljahr ein Plus von 1,8 Prozent. Die gleitende Rate für das dritte Quartal stellt die prozentuale Veränderung des BIP vom vierten Quartal 2005 bis zum dritten Vierteljahr 2006 gegenüber den vorherigen vier Quartalen dar.

Ab sofort berücksichtigt der Handelsblatt-Frühindikator die bis zur Berechnung bereits vorliegenden Einzelhandelsumsätze. Er ist damit noch etwas aktueller geworden als in der Vergangenheit. Die früheren Indikatorwerte und die Gewichte der Einzelgrößen haben sich dadurch aber kaum verändert, sagt Ulrich van Suntum, der die Handelsblatt-Indikatoren entwickelt hat und sie monatlich berechnet.

Für van Suntum, Volkswirtschaftsprofessor an der Universität Münster, deutet die bisherige Entwicklung des Frühindikators an, „dass das Wachstum 2006 erstmals seit sechs Jahren wieder mehr als zwei Prozent betragen könnte“. Dabei dürfte die ostdeutsche Wirtschaft überdurchschnittlich vom Aufschwung profitieren: Das Handelsblatt-Ostbarometer sagt für das dritte Quartal eine Wachstumsbeschleunigung auf 2,6 Prozent voraus. 2000 war das gesamtdeutsche BIP um 3,2 Prozent gestiegen – danach war das beste Ergebnis ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Arbeitstagezahl im Jahr 2004 mit 1,6 Prozent erreicht worden. Die Prognosen für 2006 liegen bisher mehrheitlich bei 1,7 Prozent.

Gesamtdeutscher Frühindikator: >>Tabellen

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