Frühindikator September
Mehr Dynamik, aber noch kein kräftiger Aufschwung

Die Konjunkturdynamik in der Euro-Zone wird sich im vierten Quartal geringfügig verstärken – ein kräftiger Aufschwung ist aber noch nicht in Sicht. Das zeigt der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator im September.

ari DÜSSELDORF. Er prognostiziert für das vierte Quartal dieses Jahres wie schon im August einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,4 Prozent in gleitender Jahresrate. Dies sind 0,1 Prozentpunkte mehr als noch im laufenden dritten Quartal.

Allerdings handelt es sich dabei mehr um eine technische Reaktion. Denn gleichzeitig wurde die Indikatorvoraussage für das dritte Quartal – unter anderem in Folge revidierter BIP-Zahlen – von bisher 1,5 auf 1,3 Prozent nach unten korrigiert. Damit dürfte sich die Wachstumsabschwächung im dritten Quartal fortsetzen.

Im zweiten Quartal war das BIP der Euro-Zone nach den inzwischen vorliegenden amtlichen Zahlen – umgerechnet auf die gleitende Jahresrate – um 1,4 Prozent gestiegen nach 1,7 Prozent im ersten Vierteljahr. Die gleitende Rate umfasst die Veränderung des BIP in den vergangenen vier Quartalen gegenüber den vorherigen vier Vierteljahren. Sie schaltet Saisoneinflüsse aus und ist am Jahresende identisch mit der Wachstumsrate im Gesamtjahr. Der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator prognostiziert damit auch für den Durchschnitt des Jahres 2005 ein Wachstum von 1,4 Prozent nach 1,8 Prozent im vergangenen Jahr.

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Gestützt wurde der Indikator zuletzt durch den Anstieg von Auftragseingängen und Industrieproduktion im Juni. „Damit zeichnet sich in der Industrie nach überwiegender Stagnation in den Monaten davor wieder ein leicht steigender Trend ab“, sagt Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor in Münster. Er hat den Eurokonjunktur-Indikator entwickelt und betreut ihn regelmäßig.

Van Suntum warnt gleichzeitig vor Euphorie. Die Konjunkturlage ist nach seiner Ansicht „mehr als fragil“. Belastend wirke beispielsweise der hohe Ölpreis. Zudem habe sich der Erholungskurs beim Industrievertrauen im August vorläufigen Zahlen zufolge nicht fortgesetzt. Auch die wieder anziehende Inflationsrate und der hohe Bestand an liquiden Mitteln bildeten Risiken für die Konjunktur.

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