Handelsblatt-Barclays-Indikator
Von Sommerfrische keine Spur

Das zweite Quartal dürfte für die deutsche Wirtschaft ein Misserfolg gewesen sein - und auch im Anschluss nimmt sie laut Handelsblatt-Barclays-Indikator wohl nur wenig Fahrt auf.

FRANKFURT. Das lässt sich an einer ersten Schätzung ablesen, die für den Start in die zweite Jahreshälfte vorliegt. Der Handelsblatt-Barclays-Indikator sagt für das dritte Vierteljahr einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,3 Prozent im Vorquartalsvergleich vorher. Im zweiten Quartal dürfte das BIP um 0,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal zurückgegangen sein.

"Aktuelle Daten weisen darauf hin, dass der unterliegende Trend für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und dem gesamten Euro-Raum wahrscheinlich abwärts gerichtet bleiben werden", sagte Nick Matthews von der britischen Investmentbank Barclays Capital. Die Ökonomen berechnen jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt das Konjunkturbarometer für die deutsche Wirtschaft.

Für den gesamten Währungsraum fällt die Vorhersage für das dritte Vierteljahr mit 0,25 Prozent ähnlich gering aus wie für Deutschland. Am Jahresende dürfte das Wachstum zumindest in der größten Volkswirtschaft des Euro-Raums aber wieder höher sein. Denn mit 0,3 Prozent liege der Prognosewert für das dritte Quartal für Deutschland unter dem Durchschnittswert für das zweite Halbjahr, so die Barclays-Ökonomen.

Neue Nahrung erhielten die Ökonomen für ihre pessimistische Prognose mit Daten vom Montag. Das produzierende Gewerbe brach im Mai ein, meldete das Bundeswirtschaftsministerium. Zuvor waren bereits die Auftragseingänge der Industrie das sechste Mal in Folge zurückgegangen. Nun stellte das produzierende Gewerbe 2,4 Prozent weniger her als noch einen Monat zuvor. Für April revidierte das Ministerium die Daten zwar nach oben - dennoch blieb auch in diesem Monat unter dem Strich ein Rückgang der Produktion um 0,2 Prozent.

Dämpfend dürften sich im Mai die beiden Brückentage ausgewirkt haben, mutmaßte man im Hause Glos. Vor allem die Industrieproduktion musste mit 2,6 Prozent einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Im Bauhauptgewerbe dagegen legte die Erzeugung um gut ein Prozent zu.

Ausschlaggebend für den deutlichen Dämpfer der gesamten deutschen Wirtschaft im Frühjahr war aus Sicht von Barclays Capital auch das starke vorhergehende Quartal: Zu Jahresbeginn war die hiesige Wirtschaft auch dank des milden Wetters um 1,5 Prozent gewachsen.

Aufgrund der extremen Schwankungen der jüngsten Zeit halten es die Ökonomen der Bank für ratsam, das durchschnittliche Wachstum für beide Quartale zu betrachten. Sie beziffern es auf 0,5 Prozent für die beiden Vierteljahre des ersten Halbjahres 2008. "Diese Wachstumsrate liegt auf der Linie des deutschen Potenzialwachstum, sagt Matthews.

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