Handelsblatt-Barclays-Indikator
Wirtschaft gewinnt im dritten Quartal an Schwung

Die deutsche Wirtschaft dürfte nach dem schwachen zweiten Quartal im laufenden dritten deutlich an Stärke zulegen. Das sagt der Handelsblatt-Barclays-Indikator vorher: Das Barometer prognostiziert für das dritte Quartal einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

doh FRANKFURT. Im zweiten Vierteljahr war die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen. Auch für die Euro-Zone sagt der Indikator von Barclays Capital ein Wachstum von 0,7 Prozent im dritten Quartal vorher.

„Die Hauptantriebskraft der deutschen Wirtschaft ist auch im laufenden Quartal wieder einmal der Produktionssektor“, sagt Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt der Investmentbank. Die Herstellung im produzierenden Gewerbe hatte nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums im August preis- und saisonbereinigt um 1,7 Prozent im Vormonatsvergleich zugenommen. Laut Callow deutet das darauf hin, dass die Spannungen auf den Finanzmärkten die deutsche Industrie bislang offenbar nicht beeinträchtigen.

Für das gesamte Quartal rechnet Barclays Capital mit einem Zuwachs der Industrieproduktion, ohne Bau, um 1,8 Prozent im Quartalsvergleich. Ein Anzeichen dafür, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Vierteljahr expandiert, liefern den Ökonomen zufolge Daten über Auto-Neuzulassungen. Sie gehen davon aus, dass die Zahl der Autoregistrierungen im dritten Quartal saisonbereinigt um rund zwei Prozent im Vorquartalsvergleich zulegen werden. Das deute darauf hin, dass der private Konsum in diesem Quartal ansteigen dürfte.

Mit ihrer Wachstumsprognose für das aktuelle Quartal ist Barclays Capital zwar etwas optimistischer als die Mehrheit der Volkswirte, die mit einem BIP-Zuwachs von bis zu 0,6 Prozent rechnen. Einig sind sich die Volkswirte aber in der Vorhersage, dass die Monate Juli bis September stärker ausfallen werden als die vorangegangenen Monate.

Die am gestrigen Dienstag veröffentlichten Außenhandelsdaten bestätigten sie darin: Trotz des starken Euro legten die Ausfuhren im August im Vormonatsvergleich um 3,0 Prozent zu, die Einfuhren um 5,6 Prozent. Das meldete das Statistische Bundesamt basierend auf vorläufigen Daten. „Die schwache US-Wirtschaft wird von der Exportnachfrage der Schwellenländer in Asien oder dem Mittleren Osten mehr als kompensiert“, sagt Callow von Barclays Capital.

Für das laufende Gesamtjahr prognostiziert die britische Investmentbank ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent für Deutschland. Sollte das vierte Quartal schwächer ausfallen, würde das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr nur noch um bis zu 2,25 Prozent zulegen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Kreisen zufolge nach der jüngsten Finanzmarktkrise seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft und die wichtigsten Industriestaaten für 2008 dagegen gesenkt. In seinem jüngsten World Economic Outlook (WEO) erwarte der IWF nunmehr für 2008 ein Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 4,8 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte weniger als im Juli.

Auch für Deutschland erwartet der IWF den Angaben zufolge ein BIP-Zuwachs von zwei Prozent statt wie bisher prognostiziert 2,4 Prozent. Offiziell legt der IWF seinen Weltwirtschaftsausblick erst am Mittwoch kommender Woche bei einer Jahrestagung vor.

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