Handelsblatt-Barclays-Indikator
Wirtschaft startet kraftvoll ins Jahr

Die deutsche Wirtschaft ist offenbar unbeeindruckt von weltwirtschaftlichen Risiken in das laufende Jahr gestartet. Sie dürfte im ersten Quartal zulegen und damit doppelt so schnell wachsen wie im Schlussquartal 2007. Das zeigt der Handelsblatt-Barclays-Indikator.

FRANKFURT. Die deutsche Wirtschaft ist offenbar unbeeindruckt von weltwirtschaftlichen Risiken in das laufende Jahr gestartet. Sie dürfte im ersten Quartal um 0,6 Prozent zulegen und damit doppelt so schnell wachsen wie im Schlussquartal 2007. Das sagt der Handelsblatt-Barclays-Indikator vorher. Vergangenen Monat hatte das Barometer noch einen Anstieg um 0,45 Prozent vorhergesagt.

„Das Anziehen des Indikators spiegelt die erhöhte Wahrscheinlichkeit wieder, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Quartal durch einen wetterbedingten starken Anstieg der Bauinvestitionen gestärkt wird“, kommentierte Barclays Capital-Experte Nick Matthews. Das Bauhauptgewerbe war im Januar sprunghaft um 11,7 Prozent im Vormonatsvergleich gestiegen, meldete das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag. Der Bausektor hat allerdings gerade einmal einen Anteil von rund 7,7 Prozent an der Industrieproduktion.

Die Erzeugung im gesamten produzierenden Gewerbe war im Januar preis- und saisonbereinigt um 1,8 Prozent im Vormonatsvergleich gestiegen und hatte obendrein im Dezember deutlich aufwärts revidiert um 1,5 Prozent zugelegt. In der Industrie erhöhte sich die Produktion mit knapp zwei Prozent ebenfalls deutlich stärker als erwartet. Nur im Energiebereich sank der Ausstoß abermals.

Auch andere Volkswirte waren nach den überraschend guten Produktionsdaten optimistisch, dass das erste Quartal deutlich besser ausfallen dürfte als das Schlussquartal 2007. „Für unsere Prognose eines Zuwachses um 0,5 Prozent überwiegen derzeit sogar die Aufwärtsrisiken“, schrieben die Volkswirte der Commerzbank.

Auch wenn die Experten der britischen Investmentbank Barclays Capital nach dem deutlichen Zuwachs einige Abwärtsrisiken im Bausektor und der gesamten Industrieproduktion ausmachen, rechnen sie damit, dass der Sektor im gesamten ersten Quartal zulegen und damit weiter eine „stabile Stütze“ des Wirtschaftswachstums bilden dürfte. Diese Rolle hatte die Industrieproduktion auch im vierten Quartal eingenommen und war um 0,8 Prozent gestiegen.

Der private Konsum dagegen hatte das Wachstum am Jahresende drastisch gebremst. Dieser Trend dürfte Anfang 2008 aber gestoppt worden sein, meint Barclays-Volkswirt Matthews. „Die meisten aktuellen Daten über den Einzelhandel deuten darauf hin, dass der private Konsum im ersten Quartal eine kräftigere Belebung erleben dürfte als zunächst angenommen“, sagte er. Der deutsche Einzelhandel hatte im Januar mehr umgesetzt als erwartet und sich zudem in den beiden Vormonaten deutlich besser entwickelt als zunächst gemeldet.

Für das Gesamtjahr prognostiziert Barclays wegen des kräftigen Anstiegs im ersten Quartal einen BIP-Anstieg um 1,8 Prozent vorher. Das wäre zwar deutlich langsamer als das kräftige Plus um 2,5 Prozent im Vorjahr. Dennoch würde die deutsche Wirtschaft damit schneller zulegen als die der gesamten Euro-Zone: Für das Währungsgebiet sagt Barclays nur einen Anstieg um 1,6 Prozent vorher. Schon im ersten Quartal dürfte die Euro-Wirtschaft mit 0,4 Prozent langsamer zulegen als die deutsche. Bremsend dürfte vor allem das geringere Wachstum der Weltwirtschaft und die Aufwertung des Euro wirken.

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