Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator
Euro-Zone wächst ungebrochen

Die aktuelle Prognose liegt zwar leicht unter ihrem Vormonatswert, doch der Wachstumstrend in der Euro-Zone bleibt ungebrochen. Das prognostiziert der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator. Die Zuversicht der Industrie stieg sogar weiter an – auf den höchsten je erreichten Stand.

doh/sce FRANKFURT. Der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator sagt für das dritte Quartal vorläufig ein Wachstum von 2,6 Prozent in gleitender Jahresrate vorher, nach 2,6 Prozent im zweiten und 2,7 Prozent im ersten Vierteljahr. Die gleitende Jahresrate gibt die Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den jeweils letzten vier Quartalen gegenüber den vorherigen vier Vierteljahren an.

Damit liegt die aktuelle Prognose leicht unter ihrem Vormonatswert. Ausschlaggebend dafür sei die Korrektur der BIP-Zahlen von Eurostat für 2006, wodurch sich die Vergleichsbasis leicht verändert habe, erklärt Ulrich van Suntum. Der Münsteraner Ökonom hat das Barometer für das Handelsblatt entwickelt und berechnet es monatlich. „Die aktuellen Einzeldaten deuten auf ein weiter robustes Wachstum hin“, sagt er. Es gebe keinen Grund zu Sorge, dass der Euro-Raum von seinem Wachstumspfad abkommen könne. Zwar nehme die Dynamik, mit der die Frühindikatoren nach oben zeigten, nicht weiter zu. Aber das sei „längerfristig eine solidere Basis als ein regelrechter Boom, auf den erfahrungsgemäß recht schnell wieder ein Rückschlag folgt“, meint van Suntum. Daher spreche einiges dafür, dass der Aufschwung auch 2008 anhalten könne.

Diesen Optimismus spiegeln auch die Stimmungsindikatoren wider – und werden durch die „harten Daten“ gedeckt. Die Produktion, die im Januar geschwächelt hatte, wurde im Februar wieder ausgeglichen. Großen Anteil an dieser zuletzt positiven Entwicklung im Euro-Raum hatte die deutsche Wirtschaft: Hier stieg die Erzeugung zwei Mal in Folge. Bei der Nachfrage im verarbeitenden Gewerbe des Euro-Raums deute sich zwar eine „gewisse Konsolidierung“ an, so van Suntum – „allerdings auf beruhigend hohem Niveau“.

Die Zuversicht der Industrie stieg dennoch weiter – auf den höchsten je erreichten Stand. Sowohl die Produktionserwartungen als auch die Bewertung der Auftragslage verbesserten sich weiter. Einer der Gründe für diesen Optimismus dürfte die Kapazitätsauslastung sein, die zu Beginn des zweiten Quartals weiter stieg auf 84,8 Prozent. Auch das Verbrauchervertrauen lag im April auf hohem Niveau – bleibt allerdings von seinem Allzeithoch noch entfernt.

EU-Währungskommissar Joaquin Almunia forderte die Regierungen der Währungsunion angesichts des anhaltenden konjunkturellen Aufwärtstrends auf, stärkere Sparanstrengungen zu unternehmen und beherzt Reformen einzuleiten. Die starke Wirtschaftsentwicklung sei die einzige Chance, die öffentlichen Finanzen langfristig zu konsolidieren. „Wir müssen das Eisen schmieden, solange es heiß ist“, so der Kommissar in Brüssel. Die Finanzminister der Euro-Zone hatten kürzlich verkündet, ab 2010 ohne neue Schulden auszukommen.

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