Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator steigt vierten Monat in Folge
Euro-Zone schafft die Konjunktur-Wende

Die Konjunkturwende in der Euro-Zone ist geschafft. Das signalisiert der Anstieg des Handelsblatt-Frühindikators im November. Das Barometer ist von 1,5 % auf 1,7 % in gleitender Jahresrate gekletterte – das ist der vierte Anstieg in Folge.

pbs/HB DÜSSELDORF. Der Indikator wird in gleitender Jahresrate berechnet, um Verzerrungen durch saisonale Schwankungen auszuschalten. Die gleitende Jahresrate ist die Veränderung in den vergangenen vier gegenüber den vorherigen vier Quartalen.

„Zwar ist die Industrieproduktion zuletzt leicht zurück gegangen, aber der Trend zeigt gleichwohl auch hier wieder nach oben“, sagt Ulrich van Suntum, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität in Münster. Das gelte auch für Deutschland. Hier zu Lande war die Produktion im September nochmals gesunken. Van Suntum hat den Eurokonjunktur-Indikator für das Handelsblatt entwickelt und berechnet ihn monatlich.

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„Die Verbraucher registrieren zwar eine allmähliche Belebung des Wirtschaftswachstums“, sagt van Suntum. Ihre eigene finanzielle Lage sähen sie aber weiter kritisch. Die Konsumenten „scheinen dem Braten noch nicht recht zu trauen“, sagt der Konjunkturexperte. Noch zeichne sich keine Bereitschaft ab, mehr als unbedingt nötig für den Konsum auszugeben. Insgesamt ist die Sparneigung im Euro-Raum hoch. Gerade für die Konjunktur sei es aber wichtig, dass die Ersparnisse auch investiert und nicht nur in liquider Form gehalten werden.

Hier könnte sich eine Wende abzeichnen, meint van Suntum. Denn die Geldmenge M 1 – zu der definitionsgemäß der Bargeldumlauf sowie täglich fällige Guthaben bei Banken zählen – sei zuletzt etwas weniger stark gestiegen als bisher. „Wir werden im nächsten Jahr sicher kein Konsumfeuerwerk erleben und sollten uns das auch nicht wünschen“, sagt van Suntum. Statt dessen stünden die Chancen nicht schlecht, dass die Unternehmer wieder mehr investieren.

Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrem Herbstgutachten von Ende Oktober der Euro-Zone für das kommende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 % prognostiziert. In diesem Jahr wird die Wirtschaftsleistung ihren Berechnungen zufolge nur um 0,4 % zulegen.

Bereits gegen Ende dieses Jahres soll sich die Wirtschaftsdynamik beschleunigen. Dass die Ökonomen damit richtig liegen, dürften die ersten offiziellen Wachstumsdaten für das dritte Quartal zeigen, die das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag in einer Schnellmeldung veröffentlichen wird. Ökonomen rechnen im Durchschnitt ihrer Prognosen mit einem Zuwachs von 0,3 % gegenüber dem vorherigen Quartal. Im zweiten Vierteljahr war die Wirtschaftsleistung noch um 0,1 % geschrumpft.

Ein Blick auf die Komponenten des Wachstums im ersten Halbjahr zeige, dass es eine Verschiebung zu Gunsten der Binnennachfrage gegeben habe, blicken die Ökonomen von der Dresdner Bank in einer aktuellen Studie zurück. Während die Exporttätigkeit zwischen Januar und Juni stärker zurück gegangen sei, seien die Investitionen in Anlagen kaum noch geschrumpft.

Mehr zur Entwicklung der einzelnen Komponenten lesen Sie auf der folgenden Seite.

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