Handelsblatt-Frühindikator
Deutsche Wirtschaft behält hohen Gang bei

Der Wirtschaftsaufschwung setzt sich in der zweiten Jahreshälfte fort – allerdings mit etwas verhaltenerem Tempo. Das sagt der Handelsblatt-Frühindikator voraus. Vertrauen erweckt vor allem die Tatsache, dass der Aufschwung auf breiter Front beruht.

doh DÜSSELDORF. Das Barometer ist im Mai gegenüber seinem Vormonatsstand leicht gestiegen und prognostiziert ein Wachstum in gleitender Jahresrate von 1,8 Prozent im dritten Quartal. Für das erste Quartal sagt er einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,8 Prozent, für das zweite von 2,1 Prozent vorher. Die gleitende Jahresrate gibt die Veränderung des BIP in den jeweils letzten vier Quartalen gegenüber den vorherigen vier Vierteljahren an.

Als wichtiger Impulsgeber der deutschen Wirtschaft hat sich zu Jahresbeginn die Industrie etabliert. Die Produktion im produzierenden Gewerbe sank im März zwar leicht um 0,1 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium am gestrigen Dienstag meldete. Im gesamten ersten Quartal aber nahm die Erzeugung im produzierenden Gewerbe gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 1,7 Prozent zu. Sowohl der Ausstoß der Industrie als auch die Erzeugung im Bauhauptgewerbe stiegen dem Ministerium zufolge „äußerst dynamisch“. Und die Auftragseingänge der Industrie waren im März nach einem kräftigen Anstieg nochmal deutlich gestiegen. Damit hätten sie „ihre zwischenzeitliche Stagnation um die Jahreswende eindrucksvoll beendet“, sagte Ulrich van Suntum, der den Handelsblatt-Indikator entwickelt hat und monatlich berechnet.

» Grafik und Tabelle: Der Handelsblatt-Frühindikator

Vertrauen erwecke vor allem die Tatsache, „dass der Aufschwung auf breiter Front beruht“, meinte er. Sowohl die Exportnachfrage als auch die Binnenkonjunktur hätten zuletzt deutlich angezogen; insbesondere die Investitionsgüter seien in der Vorreiterrolle gewesen. Lediglich die Konsumgüterindustrie hinke nach, beginne sich aber ebenfalls langsam zu erholen, so der Münsteraner Volkswirt.

» Tabelle: Das Handelsblatt-Ostbarometer

Anlass zur Zuversicht geben derzeit auch die wichtigsten Stimmungsindikatoren. So sind die mittels des ZEW-Indexes gemessenen Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten im April im Vormonatsvergleich gestiegen. Und die von Ifo befragten Unternehmen haben im April ebenfalls noch optimistischer in die kommenden Monate geschaut als im Vormonat – und beurteilen zudem ihre derzeitige Geschäftssituation überaus positiv.

Aber auch wenn der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland laut Volkswirt van Suntum „intakt“ ist, sein Fortgang bis in das kommende Jahr sei nicht gesichert. „Risiken liegen neben dem hohen Eurokurs auch in der Lohnpolitik“, kommentierte er.

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