Handelsblatt-Frühindikator für Deutschland ist im Dezember erneut gesunken
Handelsblatt-Frühindikator: Konjunktur startet kraftlos ins neue Jahr

Die deutsche Konjunktur wird im Frühjahr an Kraft verlieren. Das ist die Botschaft des aktuellen Handelsblatt-Frühindikators. Das Barometer ist im Dezember erneut gesunken. Der Frühindikator läuft der tatsächlichen konjunkturellen Entwicklung um etwa drei Monate voraus.

pbs DÜSSELDORF. „Es sieht derzeit danach aus, dass es in der ersten Hälfte des kommenden Jahres zu einer deutlichen Abschwächung der Konjunktur kommen wird“, sagt Ulrich van Suntum, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität in Münster. Er hat den Indikator entwickelt und berechnet ihn monatlich. Die vom Sachverständigenrat erwartete Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,8 Prozent in diesem Jahr sei „keinesfalls in trockenen Tüchern“. Die Bundesregierung geht von der gleichen Rate aus.

In diesen Prognosen ist der Wachstumseffekt durch die höhere Anzahl von Arbeitstagen in diesem Jahr enthalten. Ohne diesen Effekt läge das Wachstum etwa 0,6 Prozentpunkte niedriger. Der Handelsblatt- Frühindikator sagt für dieses Jahr nur ein Wachstum von 1,3 Prozent voraus. Möglicherweise unterzeichnet er damit aber die tatsächliche Dynamik. Denn der Indikator spiegele den Arbeitstageeffekt nur unzureichend wider, erklärt van Suntum. „Die Wahrheit könnte etwa in der Mitte liegen, bei einer Rate von 1,5 Prozent“, sagt der Ökonom.

>>Der Handelsblatt-Frühindikator West

>>Der Handelsblatt-Frühindikator Ost

Zu pessimistisch war die Prognose des Frühindikators für das dritte Quartal. Das Wachstum ist mit 1,2 Prozent in gleitender Jahresrate deutlich höher als die Prognose des Indikators in Höhe von 0,7 Prozent ausgefallen. Durch die „Selbstlernfunktion“ des Barometers sind die Indikatorwerte ab Juli deswegen entsprechend nach oben korrigiert worden. Aktuell steht der Frühindikator nun bei 0,7 Prozent. Das Barometer ist so konzipiert, dass es Informationen über die tatsächliche Wachstumsentwicklung für die künftigen Vorhersagen benutzt.

Sorgen bereitet van Suntum vor allem die Verschlechterung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Sowohl Unternehmer als auch Finanzmarktprofis haben sich im November pessimistischer geäußert. Das zeigt der Rückgang des Ifo-Indexes und der ZEW-Konjunkturerwartungen.

Entgegen dem schwächeren Trend ist das Konjunkturbarometer für die neuen Bundesländer im Dezember leicht gestiegen. Ursache dafür ist die deutlich bessere Auftragslage für das verarbeitende Gewerbe sowie die leicht zuversichtlichere Stimmung der Unternehmen im Bauhauptgewerbe. Derzeit signalisiert das Ostbarometer für das kommende Jahr einen BIP-Zuwachs um 0,4 Prozent.

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