Handelsblatt-Frühindikator gibt deutlich nach
Deutsche Konjunktur hängt durch

Bisher fehlte es nur an Schwung, aber jetzt steht sogar die Aufwärtsbewegung in Frage. Der Handelsblatt-Frühindikator ist im April von (leicht nach oben korrigierten) 1,3 % im Vormonat auf nur noch 1 % gesunken. Er signalisiert damit das vorläufige Ende aller Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung in Deutschland.

HB DÜSSELDORF. Die ohnehin nur bescheidene Aufwärtsentwicklung des letzten halbe Jahres ist praktisch zum Erliegen gekommen, der Pessimismus nimmt wieder zu. Das ist die nüchterne Bilanz aus den aktuellen Konjunkturdaten Von den fünf in den Frühindikator eingehenden Einzelgrößen hat sich zuletzt keine mehr verbessern können. Die harten Daten der Industrieaufträge und der Einzelhandelsumsätze erreichten zumindest annähernd ihr Vormonatsniveau. Dagegen haben die Klimaindikatoren von ZEW und ifo im März beschleunigt nachgegeben. Nicht nur der Optimismus hinsichtlich der künftigen Konjunkturentwicklung hat nachgelassen, auch die aktuelle Konjunkturlage inzwischen wieder schlechter eingeschätzt.

Die kraftlose Konjunktur leidet nach wie vor unter der schwachen Konsumnachfrage, die trotz Schnäppchenpreisen allerorten einfach nicht in Schwung kommen will. Die Dezemberumsätze des Einzelhandels sind zwar nicht ganz so schlecht ausgefallen wie zunächst berechnet worden war, dafür sind aber auch die von manchem erhofften Nachholkäufe im Januar weitgehend ausgeblieben. Es ist keineswegs nur eine kurzfristige Kaufunlust, welche die Konsumenten erfasst hat, sondern es steckt mehr dahinter. Wer ständig hört, dass er höhere Abgaben und Zuzahlungen entrichten und außerdem mehr für das Alter sparen muss, hält eben sein Geld zusammen. Die Konsumgüterbranche wird sich deshalb auf dauerhaft magere Zeiten einstellen müssen.

Gesamtdeutscher Frühindikator: >>Tabellen

Konjunkturbarometer Ost: >>Tabellen

Leider ist es bisher nicht gelungen, das gesparte Geld in entsprechende Realinvestitionen umzusetzen. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres waren zwar endlich einmal die inländischen Investitionsgüterbestellungen angestiegen, aber auch diese Entwicklung hat sich im Januar nicht fortgesetzt. Erst recht kann keine Rede davon sein, dass etwa wieder mehr gebaut würde. Das kurze Aufflackern des Wohnungsbaus vor dem Jahreswechsel war wohl hauptsächlich der Sorge um den Wegfall der Eigenheimzulage geschuldet und im Januar auch bereits wieder beendet. Da gleichzeitig der Nichtwohnungsbau und der Tiefbau weiter schrumpften, blieb die Baunachfrage bis zuletzt insgesamt auf Talfahrt.

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