Konjunkturdaten
Aufschwung lässt auf sich warten

Ein Ende der Rezession in Deutschland ist vorerst nicht in Sicht. Auch im Handelsblatt-Barclays-Indikator geht die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal erneut zurück - diesmal um 0,2 Prozent. Je länger die Flaute andauert, desto mehr Industrie-Jobs geraten in Gefahr.
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DÜSSELDORF. Das herbeigesehnte Ende der Rezession in Deutschland bleibt im zweiten Quartal aus. Nach den überraschend schwachen amtlichen Zahlen für die Industrie im April signalisiert nun auch der Handelsblatt-Barclays-Indikator einen erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Noch vor einem Monat hatten die Bankvolkswirte ein leichtes Wachstum im Frühjahr vorhergesagt. „Der schwache Start macht nun einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal wahrscheinlich“, kommentierte Barclays-Volkswirt James Ashley. Im Jahresverlauf sollte die Erholung der Weltkonjunktur der deutschen Industrie etwas auf die Sprünge helfen.

Das erste blaue Auge bekamen Konjunktur-Optimisten gestern gleich nach dem Frühstück: Pünktlich um 8.00 Uhr meldete das Statistische Bundesamt einen erneuten Rückgang der deutschen Exporte im April. Der zweite Treffer folgte nur vier Stunden später: Das produzierende Gewerbe stellte im April 1,9 Prozent weniger her als im Vormonat; mehrheitlich hatten Volkswirte auf ein leichtes Plus gesetzt. Während die Industrieproduktion deutlich um 2,9 Prozent sank, erhöhte sich die Bauleistung weiter um 0,5 Prozent. Besonders kräftig war der Rückgang bei der Produktion von Investitionsgütern, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Barclays-Ökonom Ashley rechnet nun mit einem neuerlichen Rückgang der Produktion im zweiten Quartal.

Je länger die Flaute dauert, desto mehr Industrie-Jobs geraten in Gefahr. „Wenn die Aufträge nicht bald wieder deutlich anziehen, wird es für die Unternehmen immer schwerer, ihre Beschäftigungsbrücken aufrecht zu erhalten“, so ein Gesamtmetall-Sprecher. Seit Monaten lebten die meisten Betriebe von ihrer Substanz: „Das ist auf Dauer nicht durchzuhalten.“

Ein kleines Trostpflaster gab es dennoch: Das Wirtschaftsministerium revidierte die Industrieproduktion des Vormonats leicht nach oben. Statt des zunächst gemeldeten unveränderten Wertes ergab sich ein leichter Anstieg um 0,3 Prozent. Der Trend bei der Produktion sei zwar „weiter abwärts gerichtet – doch die Abwärtsdynamik habe sich merklich abgeschwächt“.

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